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Das Augustus - Mausoleum | um 139

Darstellung des Augustus Mausoleum und des Hadrian Mausoleum

Das Augustus – Mausoleum

 

Einst das größte Einzelbauwerk seiner Zeit, später das Zentrum des musikalischen Lebens, danach ein „kariöser Zahn“.

 

Ebenfalls wie auf der gesamten Piazza Augusto Imperatore lässt sich am Augustus – Mausoleum eine Inszenierung der Antike in Form der romanita` sowie eine Augusts - Mussolini - Verknüpfung lokalisieren.

 

Geschichte/ Baugeschichte des Augustus – Mausoleum:

Um 28 v. Chr. ließ Augustus nach dem Sieg über seinen politischen Rivalen Marc Anton das größte Einzelbauwerk der damaligen Zeit, sein Mausoleum, errichten. Der Grund des Baues lag nicht darin, dass der damals 32 bzw. 33 jährige Augustus merkte das sein Lebensende näher kam, sondern sollte als Konkurrenzsymbol bzw. Propagandawerk zu der Grabstätte, welche Marc Anton für sich und Kleopatra geschaffen hat, dienen. Die Form des Augustus – Mausoleum glich einem italienischen Tumulus, welcher über 90 Meter Durchmesser und einer Höhe von 44 Meter verfügte. Die Spitze des Tumulus wurde dabei von einer Bronzestatur des Kaiser geschmückt. Dagegen befand sich die eigentliche Grabstätte in der Cella innerhalb des Monumentes. Neben Augustus ließ man dort seine Enkel Caius und Lucius, die Kaiser Tiberius und Caligula, Claudius, Nerva sowie Drusus und Germanicus bestatten. Im Laufe der Jahrhunderte begann das Mausoleum zu verfallen. Zeitweise wurde es später als Steinbruch und als Festung genutzt. Nochmals weiter fortgeschritten im Fluss der Zeit begannen sich Häuser und Paläste an die Ruine anzulehnen. Im Zeitaltalter der Renaissance wurde im Mausoleum ein öffentlich zugänglicher hängender Garten (siehe Bild) angelegt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser mitsamt dem Mausoleum in eine Arena für Tierhetze bzw. Stierkämpfe sowie in einen Ort für musikalische Aufführungen umgewandelt. Als 1829 im Zuge der römischen Restauration Stierkämpfe untersagt wurden, verwandelte sich das Mausoleum zu einen Atelier des berühmten Bildhauer Enrico Chiaradia. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute die Gemeinde Rom, der damalige Eigentümer am Mausoleum, dieses zu einen Auditorium, dem Augusteum, um. Bis zur letzten Musikaufführung, welche am 13. Mai 1936 stattfand, war es der Mittelpunkt des musikalischen Lebens in Rom.

 

Das Augustusmausoleum zur Zeit des it. Faschismus

Ab 1932 wurde die „Befreiung“ des Mausoleums beschlossen. Dabei beinhaltet die sogenannte „Befreiung“ die Freilegung antiker Monumente sowie die „Erlösung“ von „Verunstaltungen“ der späteren Jahrhunderte. Mit den Verunstaltungen sind dabei die Bebauungen an den antiken Monumente der nachfolgende Jahrhunderte gemeint. Am 22. Oktober 1934 erklärte Mussolini mit einer Spitzhacke in der Hand den Beginn der „Befreiung“ des Mausoleum. Geplant war dass das Mausoleum anlässlich des 2000. Geburtstags des Kaisers Augustus wieder zu alten Glanz erstrahlen sollte. Beauftragt damit wurde Antonio Munoz. Als Ergebnis hatte sich das Mausoleum im Frühjahr 1938 zu eine authentischen Ruine verwandelt. Der katastrophale Zustand dieser Ruine lässt sich gut darin erkennen, dass der Volksmund begann das einstige Monument mit einem „kariösen Zahn“ zu vergleichen. Dagegen fand die Befreiung des Mausoleums durch die Bauten an der Außenanlage ( Bepflanzungen, Ausbesserung der Umfassungsmauer) erst 1950 bis 1952 ihren Abschluss. Insgesamt war die Befreiung des Mausoleum ein großer Misserfolg, selbst Mussolini war enttäuscht..Dies hatte mehrere Gründe:

  1. Erstens eigneten sich die enttäuschende Reste des Mausoleums kaum für den vom Faschismus gepflegten Augustus Kult.
  2. Zweitens erhob sich das Monument aufgrund des neuen Straßenniveaus bzw. Bodenniveaus der Piazza Augusta Imperatore nur wenige Meter über den Boden, was einen verlorenen Eindruck im Vergleich zu den umliegenden Neubauten erzeugt.
  3. Drittens wurde die Anlage, welche seit Jahrhunderten in Gebrauch war durch ihre Verwandlung in eine authentische Ruine und des isolierten Charakters der Piazza Augusta Imperatore zu einen toten Ort.

 

Die Symbolik des Augustus – Mausoleum

Über die Bedeutung des Monumentes zur Zeit des Augustus wurde bereits berichtet, dagegen soll jetzt folgend die Symbolik des Bauwerkes für die Faschisten angesprochen werden. Für diese hatte die Person des Augustus einen hohen Stellenwert, schließlich identifizierte sich die Anhänger des Regimes mit dem Imperium Romanum und Mussolini als Erbe des Augustus. Im Rahmen dieses faschistischen Nutzen der Antike und des ehemaligen Kaisers, sollte zu dessen 2000. jährigen Geburtstages ein propagandistisches Schlüsselereignis stattfinden. Dazu war es jedoch von Nöten diese propagandistische Festlichkeit zu lokalisieren, dies erreichte man durch die Freilegung des Augustus - Mausoleums.

 

Des Weiteren verfügt selbst die Erklärung Mussolinis, welche wie schon erläutert am 22. Oktober 1934 stattfand, eine hohe Symbolik. Durch die Tatsache, dass Mussolini mit der Spitzhacke in der Hand selbst die „Befreiung“ des Augustus – Mausoleum verkündete, nahm er die Positionen des Sponsors , des Arbeiters und insgesamt der Hauptfigur des Projektes ein. Er wurde somit wie Augustus vor ihm zum primus inter pares, zum Ersten unter Gleichen.

 

Vertiefende Literatur:

  • Bodenschatz, Harald and Daniela Spiegel: Städtebau für Mussolini. 2nd Aufl. Berlin: DOM Publishers. 2013.
  • Fugate Brangers, Susan: Political Propaganda and Archaeology. The Mausoleum of Augustus in the Fascist Era. In: International Journal of Humanities and Social Science, 2013, Vol.3 No. 16, S. 125 – 135.
  • Brock, Ingrid: Das faschistische Erbe im Herzen Roms – Das Beispiel Piazza Augusto Imperatore. In: Wissenschaftliche Zeitschrift / Hochschule für Architektur und Bauwesen, Jahrgang 41,1995, Heft 4/5, S. 129 - 156.

Ort Roma
Autor Romexkursion2018
Kategorien
Rekonstruktion
Suchbegriffe / Tags
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
Raccolta_di_vedute_antiche_e_moderne_della_città_di_Roma_e_sue_vicinanze_-_no-nb_digibok_2013121924013-57
Urheber
Unbekannt

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