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Alandwerder um 1930

Landwirtschaftliche Nutzung im Wandel

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Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein diente der Alandwerder in erster Linie als Viehweide. Die periodischen Überflutungen sorgten für nährstoffreiche Böden, auf denen sich artenreiche und ertragreiche Weiden entwickelten. Ackerbau spielte aufgrund der Hochwassergefahr nur eine untergeordnete Rolle; stattdessen stand die extensive Grünlandnutzung im Vordergrund. Ein Foto des Sommerhochwassers 1954 mit Blick auf den Alandwerder kann hier abgerufen werden.

Besonders bedeutsam war der Alandwerder für die Rinderhaltung. Färsen und Kühe aus Schnackenburg und den umliegenden Dörfern wurden im Frühjahr auf die Weiden getrieben und blieben dort oft bis in den Herbst, vorausgesetzt es kam kein Hochwasser. Noch in den 1950er-Jahren weideten zeitweise bis zu 800 Stück Vieh gleichzeitig auf dem Alandwerder.

Die Kühe wurden nicht täglich in die Ställe zurückgetrieben, sondern direkt auf der Weide gemolken. Melkerinnen gingen regelmäßig über die Alandbrücke auf den Werder, um die Tiere dort zu melken. Diese Form der Weidemelkung war arbeitsintensiv, aber unter den damaligen Bedingungen wirtschaftlich sinnvoll.

Mit dem landwirtschaftlichen Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich auch die Nutzung des Alandwerders. Mechanisierung, Stallhaltung und veränderte Milchhygienevorschriften machten die Weidemelkung zunehmend unpraktisch. Gleichzeitig ging der Viehbestand vieler Betriebe zurück oder verlagerte sich auf besser erreichbare Flächen.

Heute werden die Flächen überwiegend extensiv genutzt. Der Werder ist ein Schutzgebiet im Biosphärenreservat Elbtalaue und ist insbesondere als Lebensraum für Wiesenvögel, Amphibien und auentypische Pflanzenarten bedeutend.

© 2026 Stephan Prieß

 

Until well into the 20th century, the Alandwerder served primarily as a pasture for cattle. The periodic floods created nutrient-rich soils on which species-rich and productive pastures developed. Agriculture played only a minor role due to the risk of flooding; instead, the focus was on extensive grassland use. A photo of the summer flood of 1954 with a view of the Alandwerder can be accessed here.

The Alandwerder was particularly important for cattle farming. Heifers and cows from Schnackenburg and the surrounding villages were driven into the pastures in the spring and often stayed there until the fall, provided there was no flood. As late as the 1950s, up to 800 cattle grazed on the Alandwerder at the same time.

The cows were not driven back into the stables every day, but were milked directly on the pasture. Milkmaids regularly crossed the Aland Bridge onto the Werder to milk the animals there. This form of pasture milking was labor-intensive, but economically viable under the conditions of the time.

With the agricultural structural change after the Second World War, the use of the Alandwerder also changed. Mechanisierung, Stallhaltung und veränderte Milchhygienevorschriften machten die Weidemelkung zunehmend unpraktisch. At the same time, the number of livestock on many farms declined or relocated to more accessible areas.

Today the areas are mainly used extensively. The Werder is a protected area in the Elbtalaue Biosphere Reserve and is particularly important as a habitat for meadow birds, amphibians and plant species typical of floodplains.

© 2026 Stephan Prieß

Ort Schnackenburg
Autor Stephan
Kategorien
Tourismus
Erinnern
Platz/Park
Brücke/Fluss
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Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Deutsche Fotothek
Urheber
Johannes Mühler
Urheber Vergleichsbild
Stephan Prieß
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten
Zugeordnete Touren Leben an den Flüssen/Life Along the Rivers

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