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1965 2020
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Altes Couven-Gymnasium um 1965

Das alte Couvengymnasium in der Karmànstraße.

Bau und Umzug der Schule in das neue Gebäude (1892-1917)

Das alte Couven-Gymnasium wurde im Jahre 1892 nach den Plänen von Joseph Laurent in der damalige Vizentsraße (heute Karmánstraße) errichtet, nachdem das alte Schulgebäude der Schüler*innenschaft nicht mehr gewachsen war. Kurz nach dem Einzug wurde diese Schule zu einer Oberrealschule ausgebaut. 1887 wurde der Bau im Hinterhof um eine Turnhalle erweitert, die der Schule gleichzeitig als Aula für Feiern und ähnliches diente. Im Jahre 1903 wurde Lateinunterricht eingeführt, sodass die Absolvent*innen nun auch eine historisch-geisteswissenschaftlich Ausbildung genießen konnte und die Schule im Jahre 1909 zu einem Reform-Realgymasium erweitert werden konnte, was den Abiturient*innen die Möglichkeit bot, Mathematik und Naturwissenschaft an der RWTH zu studieren. 1910 wurde der Bau durch eine zweigeschossige Erweiterung vorgebaut, die hinten in den Hof hineinragte. 

 

Erster Weltkrieg und Umbenennung (1910-1918)

Während des ersten Weltkriegs lief der Schulbetrieb unter möglichst normalen Umständen weiter, auch wenn viele Schüler und Lehrer in den Kriegdienst eintraten oder an Hilfsdiensten in Aachen beteiligt waren. Trotzdem wurde versucht, den Schulbetrieb weiterzuführen und alte Lehrer*innen, Praktikant*innen oder Lehramtsanwärter*innen wurden eingesetzt, damit der Unterricht nicht vollständig zum Erliegen kam. 1917 wurde die Schule zu Ehren des Generalfeldmarshalls und späterem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg in Hindenburgschule umbenannt, um Verwechslungen mit einem anderen Realgymnasium in Aachen zu vermeiden.

 

Die Hindenburgschule im Nationalsozialismus (1933-1945)

Die Hindenburgschule wurde ebenfalls wie alle anderen deutschen Schulen im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten gleichgeschaltet. 1933 wurde der regimekritische Direktor entlassen und durch einen liniengetreuen Schulführung ersetzt. Im Zuge der Gleichschaltung wurden unter anderem demokratische Strukturen wie Elternräte an der Schule entfernt, Jungen für die Hitlerjugend freigstellt sowie die Themen des Unterrichts an die Wünsche des Regimes angepasst, insbesondere der Biologieunterricht, in den die Rassenideologie der Nazis Einzug fand. Außerdem wurde ab 1933/34 nationalzolistische Schulungskurse für die Schüler*innen verpflichtend. 1938 wurde die Schule in eine Oberschule für Jungen umfunktioniert.

 

Während des zweiten Weltkriegs kam der Schulbetrieb größtenteils zum Erliegen, da viele Lehrer in den Wehrdienst eingezogen wurden und die Schüler seit 1943 als Flakhelfer eingesetzt wurden. Die Schule veranstaltete häufig Altstoffsammlungen, um Materialen für den Krieg zu recyclen. Als die Bombenangriffe der Alliierten überhandnahmen, wurden die Schüler evakuiert und auf andere Schulen verteilt. 

Wiederaufbau (1945-1965)

Das Gebäude selber überstand die Angriffe als einziges von vier Jungenschulen in Aachen, auch den der Wiederaufbau kostspielig war und viel Zeit in Anspruch nahm. Im Schuljahr 1946/47 konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden und die Schule bekam zu Ehren des bekannten Aacheners Baumeisters ihren heutigen Name: Couven-Gymnasium. Die Nachkriegsjahre waren geprägt von häufigem Unterrichtsausfällen und der Unterricht war nur durch selbstmitgebrachte Kohle von den Schülern im Winter möglich. Erst 1951 wurden die Renovierung des Gebäudes abgeschlossen. 

 

Auszug der Schule und Umwidmung in Philosophische Fakultät (ab 1965)

Anfang 1960er war das Couvengmyasium der stetig wachsenden Schülerzahl nicht mehr gewachsen: Nachdem die Idee eines Anbaus verworfen wurde, wurde 1965  ein neues Gebäude an der Lütticher Straße bezogen. Das „alte Couven-Gymnasium“ wurde dann noch im selben Jahr der Sitz der neugegründeten philosophischen Fakultät der RWTH Aachen, die noch heute die beiden Fachbereiche Anglistik und Romanistik beherbergt.  Die Turnhalle wurde 1995 zur Festhalle umgebaut und wird aber auch als Klausurraum während der Prüfungszeiten der RWTH genutzt. 

Youtube-Link zum Kurztrailer: https://youtu.be/f9bPUKM7EeQ

Didaktische Einordnung, Lehrplananbindung: https://rwth-aachen.sciebo.de/s/... (über die Hochschulcloud sciebo)

 

Literaturverzeichnis

Laurent, Joseph, Die städtebauliche u. bauliche Entwicklung der Bade- u- Industriestadt Aachen von 1815-1915. Aachen 1920. 

Städtisches Couven-Gymnasium Aachen (Hg.), Festschrift des Couven-Gymnasiums zur Einweihung des neuen Schulgebäudes. Aachen. 1965.

Schild, Ingeborg; Dauber, Rheinhard, Bauten der Rheinisch-Westfählischen Technischen Hochschule Aachen, Aachen 1994. 

Wild, Moritz, Philosophische Fakultät der RWTH Aachen. Ehemaliges Couven-Gymnasium und Couvenhalle, 2011, https://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=O-9501-20110404-10 (online abgerufen am 21.12.20). 

 

 

 

 

 

Ort Aachen
Autor goAIX
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Schule/Bildung
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RWTH
Aachen
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Gymnasium
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Couven-Gymnasium in der Vinzenstraße (heute Karmánstraße) ca. 1965
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Bildquelle Vergleichsbild Couven-Gymnasium in der Karmánstraße 2020
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