Bachhaus Eisenach 1907
Das historische Bachhaus zählt zu den beiden ältesten erhaltenen Wohnhäusern Eisenachs. Das Haus wurde bereits Mitte des 15. Jahrhunderts erreichtet. Zur Zeit von Bachs Geburt 1685 stand das Haus im Eigentum des Rektors der Lateinschule Heinrich Börstelmann. Das Erdgeschoss wurde ursprünglich nebenberuflich landwirtschaftlich genutzt: Der heutige Instrumentensaal dürfte als Scheune gedient haben, der heutige Barockgarten hinter dem Haus als Gemüsegarten und als Viehweide. An diese landwirtschaftliche Nutzung erinnert im Museum heute eine im Bachhaus-Garten gefundene Kuhglocke von 1688.
Mit der unter anderem durch Felix Mendelssohn und Robert Schumann angestoßenen Bach-Renaissance begann eine Suche nach der Geburtsstätte des Komponisten. 1857 bestimmte der Bach-Biograph Karl Hermann Bitter fälschlicherweise aufgrund der Auskünfte der noch in Eisenach lebenden Bach Nachkommen das Haus Frauenplan Nr. 21 als Geburtshaus. Der Irrtum in der mündlichen Überlieferung entstand möglicherweise durch den - allerdings erst zur Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgten - Einzug von Mitgliedern der Eisenacher Bach-Familie in das Haus.
Mit Vertrag vom 15. Mai 1905 erwarb die Leipziger Neue Bachgesellschaft das damals vom Abbruch bedrohte Haus Frauenplan Nr. 21, um nunmehr in Johann Sebastian Bachs vermeintlichem Geburtshaus das weltweit erste Bach-Museum zu eröffnen. Am 27. Mai 1907 wurde das Museum feierlich eingeweiht. Als der Eisenacher Hobbyhistoriker Fritz Rollberg 1928 bei seiner Recherche in Steuerbelegen herausfand, dass Ambrosius Bach 1674 ein anderes Haus in Eisenach erworben hatte und hierfür bis zu seinem Tod 1695 Steuern zahlte, war das Bachhaus längst als weltweit bekannte Bach-Gedenkstätte etabliert. Auf den historischen Irrtum wird heute im Museum durch die Ausstellung einer der von Rollberg 1928 aufgefundenen Steuerakten hingewiesen.
Bereits 1911 wurde das Museum auf das angrenzende gründerzeitliche Gebäude Frauenplan Nr. 19 erweitert. 1973 wurde das Museum mit Mitteln des DDR-Ministeriums für Kultur und des Kulturfonds der DDR umfassend neugestaltet. Mit der Erneuerung im Jahr 1973 erweiterte sich das Museum auf das westliche Haus Frauenplan Nr. 21a. Der ansteigende Besucherverkehr mit zeitweise mehr als 130.000 Besuchern jährlich führte ab 1980 zur Einbeziehung auch des Gebäudes Frauenplan Nr. 23 in das Museum.
Von 2005 bis 2007 erfolgten ein Neubau am Bachhaus, die Restaurierung sämtlicher Bauten und die vollständige Erneuerung der ständigen Ausstellung. Zuvor hatte die Neue Bachgesellschaft mit Spenden ihrer Vereinsmitglieder auch die angrenzenden Grundstücke Frauenplan Nr. 21a und Frauenplan Nr. 23 erworben. Der zur Vorbereitung der Neubebauung 2000 und 2001 erfolgte Abriss der Nachbargebäude auf den westlich vom Bachhaus, zum Frauenplan hin gelegenen Grundstück Frauenplan Nr. 21a und Nr. 23 war in Eisenach sehr umstritten, da hierdurch stark in das gewachsene bauliche Ensemble am Frauenplan eingegriffen wurde. Gleiches gilt für den schließlich realisierten Neubau am Bachhaus durch den Kasseler Architekten Berthold Penkhues, eines Schülers von Frank O. Gehry.
Am 17. Mai 2007 wurde das neugestaltete Museum im Rahmen einer bis zum 27. Mai dauernden Festwoche zum 100-jährigen Jubiläum des Bachhauses wiedereröffnet.
Quelle: Wikipedia
| Ort | Eisenach |
| Autor | Future History |
| Kategorien | Stadtbild Tourismus Erinnern |
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