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Baptisterium Lateran um 440

Baptisterium des Lateran von innen.

Baptisterium

Das heute als San Giovanni in Fonte bezeichnete Baptisterium, die Taufkapelle des Laterans, geht in ihren Ursprüngen ebenfalls auf Konstantin zurück. Im 5. Jh. wurde unter Sixtus III. der einst runde Bau zu einem Oktogonalbau (Achteck) umgestaltet. Dieser Umbau erfolgte möglicherweise um die Taufkapelle dem biblischen Jerusalem anzugleichen, das ebenfalls oktogonal sein sollte. Die Achteckige Form des Baptisteriums wurde zum Vorbild für spätere (Tauf)Kirchen wie San Vitale in Ravenna, das Baptisterium von Florenz, der Aachener Dom oder auch des Felsendoms in Jerusalem.
Die seitlich an das Baptisterium angebauten Kapellen, die heute nur noch zum Teil erhalte ist, wurden von Sixtus’ Nachfolger Hilarius fertiggestellt. In der nordöstlichen, Johannes dem Evangelisten geweihten, Kapelle kann man noch heute das Apsismosaik aus der Spätantike bewundern. Die entgegengesetzte Kapelle für Johannes den Täufer wurde im 17. Jh. durch einen barocken Neubau ersetzt. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammen die Fresken in der Kapelle, die die Vision Konstantins und dessen Sieg an der Milvischen Brücke zeigen. Interessant ist hier ein Vergleich der Darstellung der Schlacht sowie des Einzugs in Rom, verglichen mit den Darstellungen am Konstantinsbogen. Mit den beiderseits der Eingangstür gemalten Figuren, die Kaiser Konstantin und Papst Silvester zeigen wird erneut auf die Konstantinische Schenkung angespielt. Der Legende nach taufte Papst Silverster Kaiser Konstantin nachdem dieser an Lepra erkrankte. Nachdem der Kaiser durch die Taufe geheilt wurde und zum christlichen Glauben übertrat soll er dem Bischof von Rom zum Dank das westliche Imperium vermacht haben.
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Baptisterium im Auftrag von Papst Urban VIII. Restauriert und neu ausgestaltet. Die Innenwände, die einst mit Marmor verkleidet waren, wurden dabei mit einer Reihe von Fresken ausgeschmückt, die die Legende der Hinwendung Konstantins zum Christentum zeigen.

Diskussionsfragen:
Wieso wurde die Oktogonalform auch bei anderen Kirchen verwendet?
Welche Elemente im Baptisterium stammen aus dem Barock, welche sind (noch) antik?
Weswegen könnte die Taufkapelle so stark mit Konstantinmotiven geschmückt worden sein?
Beim Vergleich des Lateranbaptisterium mit dem Aachener Dom fallen einige Gemeinsamkeiten auf. Welche Gründe könne es gegeben haben, dass Karl der Große seine Kirche so stark an das Baptisterium anlehnte?

Weiterführende Literatur:

Bierbaum, Kirsten Lee: Die Ausstattung des Lateranbaptisteriums S. Giovanni in Fonte unter Urban VIII. Petersberg 2014. Zugl. Diss. Uni Bonn 2009.
Wehrens, Hans Georg: Rom. Die christlichen Sakralbauten vom 4. bis zum 9. Jahrhundert, ein Vademecum. Freiburg 2016.

 

Ort Roma
Autor Romexkursion2018
Kategorien
Kirche/Kloster
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