Bratwurstglöckle Freiburg
Helmut Jungnickel, geboren im Mai 1933, war mit seiner Oma während der Bombardierung Freiburgs in den Abendstunden des 27. November 1944 im Keller des Bratwurstglöckle. Er wohnte zusammen mit seiner Mutter und Großmutter in dem Haus an der Ecke Ludwigstraße / Habsburgerstraße in dem sich die Gaststätte Bratwurstglöckle befand (heute: Habsburgerstraße 119).
Die Mutter von Helmut Jungnickel arbeitete zum Zeitpunkt der Bombadierung, daher war er mit seiner Großmutter alleine. Während der Bombadierung lief „Wasser“ in den Keller und die Schutzsuchenden befürchteten einen Wasserrohrbruch. Es stellte sich zum Glück heraus, dass es nur Bier war, dass aus den kaputten Fässer der Gaststätte tropfte. Helmut Jungnickel und seine Großmutter haben zusammen mit anderen überlebt, u.a. auch weil ein umsichtiger Soldat, der während der Bombadierung im Keller war, nach dem Angriff alle Schutzsuchenden aufforderte, unverzüglich den Keller ohne Hektik zu verlassen. Nachdem alle den Keller verlassen hatten, ist der Keller eingestürzt.
Als die Muter nach dem Angriff ihren Sohn und ihre Mutter suchte, wurde ihr gesagt, dass niemand überlebt hätte. Dies wurde angenommen, da der Keller unmittelbar nachdem alle Schutzsuchtende den Keller verlassen hatte, zusammenstürzte. Im Laufe des späten Abends haben sie sich in den Wirren gefunden. Im Laufe der Nacht sind die Großmutter (in Hausschuhen), Mutter und Helmut Jungnickel nach Freiburg-St. Georgen gelaufen, wo der Bruder der Mutter lebte.