Burg Schnackenburg 1754
Die Burg Schnackenburg – Aufstieg, Machtkämpfe und Verschwinden
Heute erinnert in Schnackenburg nichts mehr sichtbar an die einstige Burg. Doch die Quellen zeichnen das Bild einer Anlage, die über Jahrhunderte hinweg ein wichtiges Macht- und Handelszentrum an der Elbe war.
Erste Erwähnungen und frühe Geschichte
Die Burg wird erstmals indirekt 1218/1219 in einer Urkunde erwähnt. Zu dieser Zeit hatte das gleichnamige Adelsgeschlecht „Schnackenburg“ offenbar seinen Stammsitz bereits nach Mecklenburg verlassen. Es ist anzunehmen, dass die Burg weitaus älter war und es sich ursprünglich, wie an vielen anderen Orten in der Region auch, um eine slawische Ringwallburganlage aus dem 10. Jahrhundert handelte.
Streit um Zoll und Macht
Im 14. Jahrhundert war Schnackenburg wegen seiner Zolleinnahmen hart umkämpft. Der Ort mitsamt Burg wechselte mehrfach zwischen den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg und den Markgrafen von Brandenburg.
Besonders hervorzuheben ist die Zeit ab 1373, als Schnackenburg zur Altmark (Antiqua Marchia) zählte und damit zum Besitz von Kaiser Karl IV. gehörte. Der Kaiser selbst hielt sich 1377 in der Stadt auf, um die dortigen Einnahmen aus der wichtigen Zollstätte zu überprüfen.
Doch die Ruhe währte nicht lange: 1390/91 wurde die Burg in den Grenzstreitigkeiten zwischen Lüneburg und Brandenburg belagert und von den Lüneburgern erobert.
Vom Ritterlehen zum Schloss
Im Jahr 1410 erhielt der Ritter von Zachen die Burg von Herzog Heinrich von Lüneburg auf Lebenszeit als Lehen. Spätestens Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Anlage erweitert – Quellen sprechen nun vom „Schloss Schnackenburg“.
Eine weitere Erwähnung aus 1446 beschreibt die Anlage als „auf dem Aland beim Schloss Schnackenburg“, was darauf hindeutet, dass die Burg direkt am Fluss Aland lag.
1555 verkaufte Georg von Maltzahn das Schloss samt Stadt und Zoll an Andreas von Bülow. Danach verschwinden die urkundlichen Hinweise fast völlig.
In der Leichenpredigt über Reichsfreiherr Erasmus von Platen (gestorben am 15.03.1663), einem Königlich-schwedischen Oberst, findet sich folgender Hinweis: „Nachdem er nun ezliche zu rück gebliebene Soldaten zusahmen gebracht/ suchte er seinen König/ welchen er zur Schnackenburg fand/ und sich nebst seinen Soldaten dem Könige vorstellete/ der ihn dann/ weil er vom Feinde ganz entkleidet war/ mit seiner Cosaque, so er sich abgezogen/ beschencket/ und nach gegebenem sonderlichen Lobe/ seine Tafel gewürdiget/ auch ihm bald darauf patenta und Geld gegeben/ eine newe Compagnie zu werben/ unter dem Regiment/ so der König/ dem Herzog Franz Carl von Sachsen Lawenburg versprochen und gegeben gehabt.“ (Quelle)
Bauentwicklung und Aussehen
Über das konkrete Aussehen der Burg gibt es keine gesicherten Informationen. Wahrscheinlich handelte es sich im 10. Jahrhundert um eine Ringwallburganlage, die vom Aland umflossen wurde und die im Laufe der Jahrhunderte zu einer größeren Anlage ausgebaut und daher im 15. Jahrhundert als „Schloss“ bezeichnet wurde.
Untergang und Verschwinden
Vermutlich fiel die Burg im Dreißigjährigen Krieg einer Zerstörung zum Opfer. Ein Hinweis auf ihre Reste finden sich noch 1699 und 1754 auf historischen Flurkarten, auf denen der „Burgwall“ am Aland eingezeichnet ist.
Nach der verheerenden Feuersbrunst 1728, dem die gesamte Stadt Schnackenburg zum Opfer gefallen war, wurde der Burgwall vollständig abgetragen, um die Brandruinen mit Erde zu überdecken. Somit verschwanden auch die letzten Überreste der Burganlage.
© 2026 Stephan Prieß
| Ort | Schnackenburg |
| Autor | Stephan |
| Kategorien | Erinnern Burg/Schloss Brücke/Fluss Rekonstruktion |
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