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1886 2025
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Concordia-Siedlung 1886

Siedlung und Schächte des Steinkohlenbauvereins Concordia

Die beiden hohen Gebäude auf dem historischen Foto zeigen die Schachthäuser der Concordia-Schächte I und II. Diese lagen nur wenige Meter voneinander entfernt und bildeten eine Doppelschachtanlage. Unter ihnen führten Schächte bis zu 750 Meter tief ins Erdreich – ein technisches und architektonisches Meisterwerk seiner Zeit.

Die Teufe, also das Graben des Schachts, begann 1871.Schon bald zählte der Steinkohlenbauverein Concordia zu den modernsten und leistungsfähigsten Gruben des Reviers.

Gefördert wurde hochwertige Steinkohle, doch die Arbeit war gefährlich: Wasser, Brände und hoher Gebirgsdruck forderten Mensch und Maschine.

Trotz aller Schwierigkeiten holten die Bergleute hier in weniger als 60 Jahren insgesamt über zwei Millionen Tonnen Kohle ans Tageslicht.

Für die Aktionäre lohnte es sich dagegen kaum, da das Grubenfeld zu klein war, um große Gewinne zu erwirtschaften.

Die Schachtanlage ist ein Zeugnis jenes „Gründungsfiebers“, das Oelsnitz und die umliegenden Orte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, besonders in der sogenannten Gründerzeit ab 1871 erfasste. Der Ort wuchs explosionsartig – von wenigen hundert Einwohnern im frühen 19. Jahrhundert auf rund 20 000 Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Was zumeist fehlte, waren gesunde Wohnungen. Erst mit Entstehen der Weimarer Republik kam es zu regelrechten Wohnungsbauprogrammen. Nach Stilllegung der Schächte im Jahr 1928 blieb ein Teil der Gebäude – umgebaut zu Wohnhäusern – bestehen. Die eigentliche Siedlung entstand erst ab 1932 und war zunächst Bergleuten vorbehalten

In den Arbeiterhäusern lebten mehrere Familien dicht beieinander, man half sich gegenseitig. Der Alltag war geprägt von Arbeit und Familie – aber auch von Kultur und Gemeinschaft.

Die Bergleute gründeten Chöre, Sport- und Geselligkeitsvereine. Höhepunkte waren die Bergfeste mit Bergaufzug.

Heute nennen die Bewohner ihre Häuser „De Cord“ – eine Kurzform von Concordia. Besonders ins Auge fällt das große Wandgemälde an der Fassade. Es zeigt den Bergmann Wenzel Seeman mit Helm und rußverschmiertem Gesicht, dahinter die Fördertürme der Concordia-Schächte und Kohlenflöze, die sich Lebensadern gleich durch das Erdreich zogen.  Entstanden ist das Graffiti als Schülerprojekt unter dem Motto: "gestern - heute – morgen“.

Die Zukunft dieser Gebäude ist jedoch ungewiss; möglicherweise werden sie in den kommenden Jahren abgerissen. Damit gingen wichtige Zeugnisse des Wohnquartiers „Cord“ verloren.

Ort Oelsnitz/Erzgebirge
Autor Oelsnitz im Erz...
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Concordia-Siedlung
Concordia-Schächte
Steinkohlebauverein
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Sammlung Neuber / Kohlewelt Oelsnitz im Erzgebirge
Urheber
Unbekannt
Urheber Vergleichsbild
Lukas Müller
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten
Zugeordnete Touren Zeitreise Oelsnitz/Erzgeb. – Entdeckertour
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