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28 BC 2018
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Das Augustusmausoleum 28 BC

Modell des Augustusmausoleum

Das Augustus–Mausoleum

 

Einst das größte Einzelbauwerk seiner Zeit (vgl. Gardthausen, Das Mausoleum Augusti), später das Zentrum des musikalischen Lebens, danach ein „kariöser Zahn“. Wie auf der gesamten Piazza Augusto Imperatore lässt sich am Augustusmausoleum eine Inszenierung der Antike (die Romanità) betrachten.

 

Geschichte/ Baugeschichte des Augustus–Mausoleum:

Um 28 v. Chr. ließ Augustus nach dem Sieg über seinen politischen Rivalen Marc Anton das größte Einzelbauwerk der damaligen Zeit - sein Mausoleum - errichten. Der Grund des Baues lag nicht darin, dass der damals 32 bzw. 33-jährige Augustus merkte, dass sein Lebensende näherkam, sondern es sollte als Konkurrenzsymbol bzw. Propagandawerk zu der Grabstätte, welche Marc Anton für sich und Kleopatra geschaffen hatte, dienen.

Die Form des Augustusmausoleums ist ein italischer Tumulus, welcher über 90 Meter Durchmesser misst und über einer Höhe von 44 Meter verfügte. Die Spitze des Tumulus wurde dabei von einer Bronzestatue des Kaisers geschmückt. Dagegen befand sich die eigentliche Grabstätte in der Cella innerhalb des Monumentes. Neben Augustus ließ man dort seine Enkel und Adoptivkinder Caius und Lucius, die Kaiser Tiberius und Caligula, Claudius, Nerva sowie Drusus und Germanicus bestatten. Im Laufe der Jahrhunderte begann das Mausoleum zu verfallen. Zeitweise wurde es im Mittelalter als Steinbruch und als Festung genutzt. Noch später begannen sich Häuser und Paläste an die Ruine anzulehnen. Im Zeitaltalter der Renaissance wurde im Mausoleum ein öffentlich zugänglicher hängender Garten angelegt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser mitsamt dem Mausoleum in eine Arena für Tierhetze bzw. Stierkämpfe sowie in einem Ort für musikalische Aufführungen umgewandelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute die Gemeinde Rom, der damalige Eigentümer am Mausoleum, dieses zu einem Auditorium (dem Augusteum) um. Bis zur letzten Musikaufführung, welche am 13. Mai 1936 stattfand, war es der Mittelpunkt des musikalischen Lebens in Rom.

 

Das Augustusmausoleum zur Zeit des italienischen Faschismus:

Im Jahre 1932 wurde die „Befreiung“ des Mausoleums beschlossen. Allgemein beinhaltete die sogenannte „Befreiung“ die Freilegung antiker Monumente sowie die „Erlösung“ von „Verunstaltungen“ (also Bebauungen) der späteren Jahrhunderte. Am 22. Oktober 1934 erklärte Mussolini mit einer Spitzhacke in der Hand (die für Mussolinis Stadtumbau symbolische piccone) den Beginn der „Befreiung“ des Mausoleums. Geplant war, dass das Mausoleum anlässlich des 2000. Geburtstags des Kaisers Augustus wieder im alten Glanz erstrahlen sollte. Beauftragt damit wurde der Architekt Antonio Munoz, der das als Ruine verunglimpfte Bauwerk restaurieren sollte.

Der katastrophale Zustand dieser Ruine lässt sich gut darin erkennen, dass der Volksmund begann, das einstige Monument mit einem „kariösen Zahn“ zu vergleichen.

 

Die Symbolik des Augustusmausoleums:

Über die Bedeutung des Monumentes zur Zeit des Augustus wurde bereits berichtet, dagegen soll jetzt folgend die Symbolik des Bauwerkes für die Faschisten angesprochen werden. Für diese hatte die Person des Augustus einen hohen Stellenwert, schließlich identifizierten sich die Anhänger des Regimes mit dem Imperium Romanum und insbesondere Mussolini persönlich als Erbe des Augustus. Im Rahmen dieser faschistischen Instrumentalisierung der Antike sollte zum 2000-jährigen Geburtstages des Augustus ein propagandistisches Schlüsselereignis stattfinden. Die Freilegung des Augustusmausoleums sollte dafür einen geeigneten Platz und v.a. ein wirkmächtiges Symbol im Stadtraum bereitstellen.

Durch die Tatsache, dass Mussolini selbst mit der Spitzhacke in der Hand die „Befreiung“ des Augustusmausoleums verkündete, nahm er zugleich die Positionen des Sponsors, des Arbeiters und insgesamt der Hauptfigur des Projektes ein. Er wurde somit wie Augustus vor ihm zum primus inter pares, zum Ersten unter Gleichen der Erben des augusteischen Zeitalters.

 

Kann die „Befreiung“ des Augustusmausoleum als ein Erfolg bezeichnet werden?

Gemäß der Forschungsliteratur kann an dieser Stelle nur „Nein“ gesagt werden. Dies hatte mehrere Gründe:

  1. Erstens eigneten sich die enttäuschenden Reste des Mausoleums kaum für dem vom Faschismus gepflegten Augustus-Kult.
  2. Zweitens erhob sich das Monument aufgrund des neuen Straßenniveaus bzw. Bodenniveaus der Piazza Augusta Imperatore nur wenige Meter über den Boden, was einen verlorenen Eindruck im Vergleich zu den umliegenden Neubauten erzeugt.
  3. Drittens wurde die Anlage, welche seit Jahrhunderten in Gebrauch war, durch ihre Verwandlung in eine authentische Ruine und des isolierten Charakters der Piazza Augusto Imperatore zu einem toten Ort.

 

Vertiefende Literatur:

  • Bodenschatz, Harald and Daniela Spiegel: Städtebau für Mussolini. 2nd Aufl. Berlin: DOM Publishers. 2013.
  • Brock, Ingrid: Das faschistische Erbe im Herzen Roms – Das Beispiel Piazza Augusto Imperatore. In: Wissenschaftliche Zeitschrift / Hochschule für Architektur und Bauwesen, Jahrgang 41,1995, Heft 4/5, S. 129 - 156.
  • Fugate Brangers, Susan: Political Propaganda and Archaeology. The Mausoleum of Augustus in the Fascist Era. In: International Journal of Humanities and Social Science, 2013, Vol.3 No. 16, S. 125 – 135.

 

Ort Roma
Autor Romexkursion2018
Kategorien
Erinnern
Rekonstruktion
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Lizenz Creative Commons BY
Bildquelle
Maquette du mausolée d'Auguste (musée de la civilisation romaine, Rome)
Urheber
Jean-Pierre Dalbéra
Urheber Vergleichsbild
Romexkursion2018
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle Vergleichsbild Augustus - Mausoleum Ruine
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