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Der Aland 1940

Ein Fluss mit drei Namen

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Der Aland ist der Unterlauf eines ungewöhnlichen deutschen Flusssystems, dessen Ober-, Mittel- und Unterlauf jeweils eigene Namen tragen: Milde, Biese und Aland. Dieses System ist ein linker Nebenfluss der Elbe und mündet bei Schnackenburg in den Elbestrom. Dass ein vergleichsweise kurzes Gewässer von etwa 97 Kilometer Länge drei unterschiedliche traditionelle Namen führt, gilt als regionales Kuriosum der hydronymischen Landschaft Deutschlands. In der Regel behalten Flüsse über ihren gesamten Verlauf einen einheitlichen Namen; beim Milde-Biese-Aland-System blieb jedoch jeder Abschnitt über Jahrhunderte in der lokalen Sprache verankert.

Der Fluss beginnt in der südlichen Altmark und trägt hier den Namen Milde. Dieser Abschnitt ist etwa 39 Kilometer lang. Der Name Milde leitet sich wahrscheinlich vom germanischen Adjektiv meldja („freigiebig“, im Sinne von „fischreich“) ab. Etwa ab dem Dorf Beese wechselt der Fluss seinen Namen und heißt Biese. Der Name stammt von der alten Bezeichnung für die am Ufer verbreitete Binse (beusō). Dieser Abschnitt verläuft rund 31 Kilometer. Südlich von Seehausen, wo der Zufluss Tauber Aland in den Fluss mündet, trägt das Gewässer den Namen Aland. In diesem Unterlauf verläuft es durch die Altmark und dann bis nach Schnackenburg.

Der Name Aland unterscheidet sich von den beiden anderen Abschnitten durch seine besonders frühe geschichtliche Belegung vorgermanischen Ursprungs. Er wurde bereits im Jahr 786 als „Alend“ schriftlich erwähnt und wird etymologisch mit der Bedeutung „aufwachsend“ interpretiert. Diese Namensform gehört zu den ältesten Flussnamen der Altmark.

Ein weiteres Foto vom Aland in Schnackenburg von Johannes Mühler kann hier betrachtet werden.

TIPP: Kanutour auf dem Aland durch die Altmärkische Wische

© 2026 Stephan Prieß

 

The Aland is the lower reaches of an unusual German river system, whose upper, middle and lower reaches each have their own names: Milde, Biese and Aland. This system is a left tributary of the Elbe and flows into the Elbe river near Schnackenburg. The fact that a comparatively short body of water, around 97 kilometers long, has three different traditional names is considered a regional curiosity in Germany's hydronymic landscape. As a rule, rivers retain a consistent name throughout their course; However, in the Milde-Biese-Aland system, each section remained anchored in the local language for centuries.

The river begins in the southern Altmark and is called Milde here. This section is approximately 39 kilometers long. The name mild is probably derived from the Germanic adjective meldja (“generous”, in the sense of “rich in fish”). From around the village of Beese the river changes its name and is called Biese. The name comes from the old name for the rush (beusō) that grows along the banks. This section runs around 31 kilometers. South of Seehausen, where the Tauber Aland tributary flows into the river, the body of water is called Aland. In this lower reaches it runs through the Altmark and then to Schnackenburg.

The name Aland differs from the other two sections due to its particularly early historical occupancy of pre-Germanic origin. It was mentioned in writing as early as 786 as “Alend” and is etymologically interpreted as meaning “growing up”. This name form is one of the oldest river names in the Altmark.

Another photo of the Aland in Schnackenburg by Johannes Mühler can be viewed here.

TIP: Canoe trip on the Aland through the Altmärkische Wische

© 2026 Stephan Prieß

Ort Schnackenburg
Autor Stephan
Kategorien
Tourismus
Brücke/Fluss
Rekonstruktion
Suchbegriffe / Tags
Aland
Schnackenburg
Wische
Biospärenreservat
Naturschutz
Biodiversität
Fluss
Grünes Band
Elberadweg
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Deutsche Digitale Bibliothek
Urheber
Johannes Mühler
Urheber Vergleichsbild
Stephan Prieß
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