Deutschlandschacht um 1955
Hier wird der „Bergbau“ wörtlich seinem Namen gerecht. Denn der „Berg“ am Stadtrand von Oelsnitz entstand Stück für Stück aus dem, was Bergleute das „taube Gestein“ nennen – das Abfallgestein, das beim Abbau von Steinkohle anfällt.
Mit dem Betrieb der Deutschland-Schächte I und II ab 1871 wuchs diese mächtige Erhebung, die Deutschlandschachthalde, zwangsläufig Jahr für Jahr um einige Meter.
Die ersten Aufschüttungen entstanden noch recht aufwendig mit Förderwagen, die der Bergmann Hunte nennt. Doch im Jahr 1935 setzte eine kleine technische Revolution ein: eine Kabelkrananlage wurde errichtet, mit deren Hilfe das taube Gestein von hier aus maschinell zur Halde transportiert und Richtung Hochwald verschüttet wurde.
Zwischen zwei gewaltigen Türmen spannte sich das Tragseil – daran hingen Kübel, die ohne Unterlass Material beförderten.
Die Halde wuchs stetig an, bis sie schließlich eine Höhe von 491 Metern über Normalnull erreichte. Der ursprüngliche Boden lag bei etwa 360 Metern, so dass die Halde rund 130 Meter aufgeschüttet wurde – ein gewaltiges Volumen, das die Landschaft dauerhaft prägte.
Die Technik der Kabelkrananlage war eine beeindruckende Ingenieursleistung.
1959 stürzte jedoch der Gegenturm der Anlage auf der Deutschlandhalde ein (Krachen) und der Betrieb kam abrupt zum Stillstand.
Noch etwa sechs Jahre lang transportierte man das Gestein über ein einfaches Förderband, bis auch dieses stillstand. Denn mit dem Ende der Förderung und der Stilllegung der Kohlenwäsche 1965 wurde auch keine neue Haldenaufschüttung mehr benötigt. Was blieb, war ein Berg aus Stein.
In den 1970er- und 80er-Jahren wurde die Halde begrünt. Mit großem Erfolg, wie sie sehen können. Wenn Sie die Stufen des 2000 errichteten Glückauf-Turms hinaufsteigen, überragen Sie die Baumwipfel und werden mit einem traumhaften Blick ins Erzgebirge belohnt. (Vogelgezwitscher)
| Ort | Oelsnitz/Erzgebirge |
| Autor | Oelsnitz im Erz... |
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