Ehem. Kornmühle um 1930
Schon im Mittelalter lag Grieth in einem weitgehend landwirtschaftlich genutzten Umfeld. So darf es nicht überraschen, dass sich auf einer Stadtansicht (H. Feltman) Mitte des 17. Jahrhunderts vor den Toren der Stadt eine Bockwindmühle findet. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach den napoleonischen Kriegen wurde an deren Stelle von dem aus Millingen aan de Rijn stammenden Stephanus van Kempen eine massive Holländermühle in Ziegelmauerwerk erbaut (verzeichnet auf der Urkarte von 1831. Die Bauern in und um Grieth ließen dort ihr Korn mahlen. Nachdem der Besitz zunächst an Rainer van Laack übergegangen war, erwarb sie 1865 mein Urgroßvater Hermann Reinkens, der 1900 neben der Windmühle eine Dampfmühle errichtete. Sein Sohn August führte den Mühlen-betrieb weiter, betrieb daneben eine Landwirtschaft und war Jahrzehnte Ortsbürgermeister, Sparkassenvorstand und Aufsichtsrat der Molkereigenossenschaft. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Mühle von der rechten Rheinseite durch SS-Truppen unter Beschuss genommen und schwer getroffen. Nach dem Krieg wurde zwar der Korpus der ursprünglich weiß geschlämmten Windmühle wieder restauriert, der Mahlbetrieb neben der Landwirtschaft als Haupterwerbszweig jedoch nur noch eingeschränkt mit einem Dieselmotor durch August Reinkens´ Sohn Herrmann fortgeführt. Ende der 60er Jahre wurde der Mühlenbetrieb dann ganz eingestellt.
Text: Jochem Reinkens
| Ort | Kalkar |
| Autor | Grieth am Rhein |
| Kategorien | Stadtbild Erinnern |
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