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Einführung

Die Stolpersteine und die jüdische Geschichte Müllheims

Liebe Gäste. Hier, am Marktplatz Müllheims, vor dem Blankenhorn-Palais, beginnt die Führung zu den „Stolpersteinen“. Sie sind in Müllheim wie in vielen anderen Orten zur Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Bevölkerung unter der Herrschaft des Nationalsozialismus verlegt worden. Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Die von ihm geschaffenen quadratischen Messingtafeln werden mit den Namen, Lebensdaten und den Orten der Deportation vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Menschen verlegt, derer gedacht wird.

In Müllheim übernahmen Abiturientinnen und Abiturienten des Wirtschaftsgymnasiums die Organisation des lokalen Stolperstein-Projektes. Im April 2006 wurden die Steine verlegt. 2021 erschien eine gedruckte Dokumentation, die ein eigener Arbeitskreis »Jüdische Geschichte in Müllheim« erarbeitet hatte.

Der Rundgang zu den Stolpersteinen macht zugleich vertraut mit Spuren der einstigen jüdischen Gemeinde Müllheims. 1716 erlaubte Markgraf Wilhelm von Baden-Durlach den ersten jüdischen Familien, sich hier anzusiedeln. 1753 lebten 13 jüdische Familien in Ober- und Untermüllheim. Knapp 100 Jahre später wurde eine neue, repräsentative Synagoge erbaut. Damals lebten fast 400 Juden am Ort.

Die meisten hier ansässigen Juden bestritten ihren Lebensunterhalt aus dem Viehhandel und lebten in bescheidenen, zum Teil armen Verhältnissen. Mit der bürgerlichen Gleichstellung der badischen Juden und dem Freizügigkeitsgesetz 1862 zogen immer mehr jüdische Familien aus Müllheim weg und in größere Städte. 1905 gab es nur noch einen jüdischen Bevölkerungsanteil von 6,6 % an der Gesamtbevölkerung der Stadt, also etwas über 200 Juden. Die 1933 noch in Müllheim verbliebenen etwa 80 Juden erlebten unter der NS-Herrschaft ihre zunehmende rassistische Ausgrenzung und Entrechtung bis hin zu den Gewalttaten und Verschleppungen beim Pogrom vom November 1938. Nach und nach verließen nun die letzten Müllheimer Juden unter Zwang ihre Heimatstadt; damit war die lokale jüdische Gemeinde ausgelöscht. Eine Deportation direkt von Müllheim in das südfranzösische Lager Gurs gab es nicht.

Hier im Blankenhorn-Palais, einem von zwei Standorten des Markgräfler Museums, können Sie in der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung wertvolle Exponate des einstigen jüdischen Lebens Müllheims besichtigen. Im Innenhof des Museums befinden sich einige Bauteile der früheren Synagoge ausgestellt.

Gehen Sie nun zum ersten Stolperstein, gewidmet den Schwestern Ida Meier und Rosa Wolf in der Badstraße.

Ort Müllheim im Markgräflerland
Autor Müllheim Tourismus
Kategorien
Erinnern
Suchbegriffe / Tags
Stolpersteine
Müllheim
Stolpersteine Müllheim
Jüdische Geschichte Müllheims
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Stolpersteine in Müllheim, Herausgeber: Markgräfler Museum Müllheim
Urheber
Jan-Peter Wahlmann
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