Engelsburg 2018
Bei der Engelsburg handelt es sich zunächst nicht um eine mittelalterliche Festung im ursprünglichen Sinne. Dieses Gebäude wurde in der Antike von Kaiser Hadrian als Mausoleum in Auftrag gegeben und kurz nach seinem Tod im Jahr 139 fertiggestellt. Es beherbergte einige antike Kaisergräber, ähnlich wie das heute auch noch zu besichtigende Augustusmausoleum. Dem Mausoleumsbau ging der Bau der heutigen Engelsbrücke im Jahr 133 voraus - diese war eine der sieben frühen Tiberbrücken. Als die römische Stadtmauer unter Kaiser Aurelian, nachdem sie heute benannt ist, weiter befestigt und verstärkt wurde, integrierte man auch das Hadrianeum genannte Mausoleum und nutze es als Zitadelle. Somit wurde das Kaisergrab bereits in der Antike zu einer Festung umgewandelt.
Im Mittelalter befand sich das Gebäude in dem heute Ponte genannten Gebiet, dem ehemaligen Florentiner-Viertel. Zunächst lag das Mausoleum brach, wie viele andere antike Gebäude. Doch mit der Verschiebung des päpstlichen Zentrums vom Lateran zum Vatikan, erhielt das Grabmal eine neue Bedeutung. Es wurde unter Papst Bonifaz IX. (Pontifikat 1398-1404) ausgebaut. Die nun entstehende Burg wurde von den verschiedenen Päpsten weiter umgebaut und erweitert. Unter dem auf dem Konstanzer Konzil gewählten Papst Martin V. standen antike Großbauten in seiner Politik der Urbanistik im Zentrum und so scheint es, dass besonders in dieser Zeit die Burg zu einem Fluchtort für die Päpste umgewandelt wurde. Die Verbindungsbrücke zwischen der Burg und dem Vatikan wurde zu einem wichtigen Fluchtweg, vor allem bei der sogenannten Sacco di Roma, der Belagerung Roms 1527. Berühmt ist dieser Fluchtweg auch durch die Populärkultur: So nutzte der Autor Dan Brown diesen Weg in seinem Roman Illuminati, welcher mit Tom Hanks in der Hauptrolle 2009 verfilmt wurde.
Der Name Engelsburg geht auf eine frühmittelalterliche Legende zurück: So soll Papst Gregor der Große den Erzengel Michael über dem Grabmal gesehen haben, als um 590 die Pest in Rom ausgebrochen war. Der Erzengel habe dem Pontifex das Ende der Epidemie verkündet, welches auch einsetzte. Daher wurde die Burg im Laufe der Jahrhunderte immer weiter mit Engelsfiguren ausgestattet.
Die Nutzung als Burg endete 1901, seit 1906 ist das Gebäude ein Museum, in dem man nicht nur die päpstlichen Umbauten sehen kann, sondern auch die Strukturen und Merkmale des antiken Kaisermausoleums.
Erkundungsfragen:
Warum war es für den römischen Kaiser Hadrian so wichtig ein großes Grabmonument zu erbauen?
Warum nutzte er diese Form für sein Monument?
Gibt es andere Beispiele dieser Art in Rom?
Warum wurde ausgerechnet dieses Gebäude umfunktioniert und bliebt erhalten?
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
| Kategorien | Stadtbild Tourismus |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | S. B. |
| Urheber | Romexkursion2018 |
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| Bildquelle Vergleichsbild | S. B. |
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