Erinnerungstafel Jacob
Jüdische Erinnerungkultur in Regensburg
Wir bewegen uns nun langsam in eine weitere dunkle Phase des Judentums in Regensburg, aber auch auf der halben Welt. Im Nationalsozialismus wurden Millionen Juden deportiert und getötet. Im Gedenken an diese Zeit entwickelte sich die Initiative der Stolpersteine, die auf die ehemaligen Wohnorte von Juden, aber auch von Sinti und Roma, Homosexuellen und politisch Verfolgten in ganz Europa hinweisen. Seit 2005 werden derartige Erinnerungen auch in Regensburg verlegt oder angebracht. Mittlerweile finden sich allein über 200 Steine in der Stadt und dem Landkreis verteilt. In ganz Deutschland sind es ungefähr 74.000.
Exemplarisch dafür steht ihr hier vor einer eher untypischeren Form: eine Inschrift, angebracht an einer Wand, die an die Familie Jacob erinnern soll. In der Regel befinden sich in den Boden eingelassene, kleine, goldene Quadrate vor der jeweiligen ehemaligen Adresse. Auf ihnen befinden sich die Namen und die Geburtsdaten sowie die Deportations- und Ermordungsdaten der Bewohner.
Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist der Initiator der Stolperstein-Initiative. Es war ihm wichtig, dass die Individuen hinter den nicht greifbaren, unfassbar hohen Zahlen an Deportierten, Verschleppten und Vertriebenen nicht verloren gehen. Er sagte: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist." In Regensburg ist für die Verlegung der Stolpersteine das Evangelische Bildungswerk e.V. zuständig. Man kann sich dort aktiv daran beteiligen das geschehene Unrecht, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Fragen und Arbeitsaufträge
1) "Man stolpert nicht und fällt hin, man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen." Nimm Stellung zu Gunter Demnigs Aussage! Was ist das Wichtigste für ihn am Projekt der Stoplersteine?
2) * Trotz der positiven Absicht, die Gunter Demnigs formuliert, ist das Projekt der Stolpersteine nicht unumstritten. Charlotte Knobloch, ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, kritisierte die Stolpersteine folgendermaßen:
"Damit wird das Andenken von Menschen, die Verfolgung und Entwürdigung erleben mussten, bevor sie auf schreckliche Weise ermordet wurden, nochmals entwürdigt und sprichwörtlich mit Füßen getreten."
Diskutiert in Gruppen, inwieweit ihr die Kritik teilweise oder vollständig nachvollziehen könnt. Habt ihr eine Idee, wie man die Erinnerungskultur anders gestalten könnte?
Literaturhinweise
Familie Jacob, in: http://www.stolpersteine-regensburg.de/fr3_stol.htm, abgerufen am 26.06.2020.
NDR Info Spezial: Wie die Stolpersteine an NS-Opfer erinnern, 09.11.2018, in: https://www.ndr.de/geschichte/Wie-die-Stolpersteine-an-NS-Opfer-erinnern,stolpersteine123.html, abgerufen am 02.08.2020.
Stolpersteine, in: http://www.stolpersteine-regensburg.de/index.htm, abgerufen am 26.06.2020.
Stoplersteine, in: https://www.ebw-regensburg.de/projekte/stolpersteine/, abgerufen am 02.08.2020.
(CK)
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
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| Bildquelle | Caroline Kappler |
| Urheber | Caroline Kappler |
| Zugeordnete Touren | Jüdisches Regensburg |