Frick-Mühle um 1905
Schauen Sie sich das stattliche Haus an: Unten die Mühle, darüber vier Stockwerke, von denen die drei unter dem Dach als Speicher, Trockenböden und Lager genutzt werden. In dem lang gestreckten Gebäude mit dem Laubengang links wohnt das Gesinde, unten ist Platz für die Remisen, wo unsere Fuhrwerke stehen.
Zwei Mühlräder betreiben drei Mahlgänge, der Mühlenkanal plätschert von hinten um die rechte Hausseite herum und wird von den weiter abwärts gelegenen Gerbereien ebenfalls genutzt, bevor er in den Klemmbach zurückfließt. Das Obergeschoss, wo wir wohnen, ist über den Treppenaufgang an der Ostseite erreichbar.
Die Haustür soll bald mit einem schönen Schmiedegitter versehen werden, in dem ein Mühlrad und die Initialen WF zu sehen sind, wobei das W sowohl für Wilhelm als auch für Wilhelmina steht. Hinten an der Südseite gibt es eine schöne überdachte Loggia auf geschnitzten Holzsäulen, von der aus man die Frühlingssonne genießen kann.
Vor dem Haus rauscht der Klemmbach. An seinem Ufer blüht das bunte Gärtchen, das alle so bewundern. Die Rosenbäumchen hat Karl selbst okuliert, der Rasen ist kurz und bringt die üppigen Buschrosen zur Geltung, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen erweitern die Farbpalette.
Auf einem Bänkchen kann man die Blütenpracht bewundern. Das Gemüse und die Beerensträucher wachsen hinter der Mühle auf der kleinen Anhöhe, die von einem dichten Tannenwäldchen eingerahmt wird.
Hier ist auch Platz für den Hühnergarten, bevölkert von einer großen Zahl an Hühnern, Enten und Gänsen sowie zwei Puten. Aber mein ganzer Stolz gilt dem Pfau, der hier ebenfalls lebt und die Menschen mit seinem prächtigen Rad erfreut.
Am Rand des Gemüsegartens steht auch das Bienenhaus, das Karl liebevoll betreut, wenn er Zeit hat. Wenn er zu den Bienen geht, nimmt er immer seine große Imkerpfeife mit. Das beruhigt die Tiere.
Die Frick-Mühle ist heute ein wichtiges historisches Zeugnis der Müllheimer Wirtschaftsgeschichte. Nachdem die Stadt das Anwesen 1993 gekauft hatte, wurde sie in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitgliedern des Museumsvereins in jahrelanger Arbeit saniert und als Dependance des Markgräfler Museums zum Mühlenmuseum ausgebaut. Hier finden nun das ganze Jahr über Veranstaltungen, Ausstellungen und Tage der offenen Tür mit Vorführungen der Mühlentechnik statt. Einen großen Stellenwert nimmt die Museumspädagogik ein. In der Frick-Mühle können Kinder vom Mahlen des Mehls bis zum Brotbacken alles selbst erleben und mit Hand anlegen. Die beiden Mühlräder wurden nach historischem Vorbild unter der technischen Leitung des Hinterzartener Architekten Theo Gremmelspacher - geboren 1933, gestorben 2022 - neu gebaut.
Wenige Meter die Gerbergasse abwärts steht links eine ehemalige Loh- und Schleifmühle
| Ort | Müllheim im Markgräflerland |
| Autor | Müllheim Tourismus |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Lizenz | Alle Rechte vorbehalten |
| Bildquelle | Buch "Müllheims Mühlen: 21 Fragen" von Bernhard Trub, S. 54 |
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| Zugeordnete Touren | Müllheimer Mühlenweg |