Fronhof
Fronhof
Das neben dem Kirchturm der katholischen Pfarrkirche in seiner Grundstruktur älteste Gebäude Unkels ist der ehemalige Fronhof des Kölner Kollegiatstifts Sankt Maria ad Gradus. 1059 nahm Papst Nikolaus II. dieses Stift, hinter dem Domchor gelegen, unter den Schutz des Apostolischen Stuhls. In dieser Zeit wurde der Fronhof zur Verwaltung der von Erzbischof Anno II. übertragenen umfangreichen Weingärten in Unkel errichtet. Im Mittelalter nahmen sie den größten Teil der Nutzflächen ein. Als Unkel um 1550 mit Stadtmauer und Graben befestigt wurde, bezog man den Fronhof als nordwestlichen Eckpfeiler mit ein. Im Torbogen an der Von-Werner-Straße ist das Stiftswappen, der pfalzgräfliche Reichsapfel und die Inschrift „FRONHOFF CAP(itu)LI AD GRADUS“, zu sehen. Das Stift hatte in Unkel bedeutende Rechte, u.a. eine eigene Gerichtsbarkeit. Im Laufe der Jahrhunderte erlangten jedoch andere Klöster, auswärtige Adlige und Unkeler Grundeigentümer eine größere Bedeutung. Durch die Säkularisierung kirchlicher Güter 1803 gelangte der Fronhof in die Hände wechselnder privater Eigentümer. Georg Freiherr von Hilgers, Sohn des Neuwieder Landrats Philipp von Hilgers, baute das Gebäude und den Turm 1844/45 zu Wohnzwecken um. 1913 erwarb Elisabeth von Werner das Gebäude und ließ es im Stil der Jahrhundertwende umgestalten. Tochter Ilse und Schwiegersohn Rudolf Wulfertange (1884 – 1974), der Bildhauer, Maler und Schriftsteller, wohnten ein Leben lang hier. Von deren Erben erwarb der Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff 1996 das Anwesen.
| Ort | Unkel |
| Autor | Unkel |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Lizenz | Alle Rechte vorbehalten |
| Bildquelle | Stadtarchiv, Bild A020 |
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