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Ortsverschönerung 1906-1913

Bleibende Verdienste hat sich Emanuel von Seidl für Murnau durch die Initiative zur Ortsverschönerung erworben. Die Anregungen dafür gab vermutlich sein Bruder Gabriel, der für Häuserfassaden in Tölz fast zeitgleich ein neues Farbkonzept entwarf. In den Jahren von 1906 bis 1913 wurden nach seinen Entwürfen die Häuser im Murnauer Ortskern farbig gestaltet, zum Teil mit Fassadenmalereien versehen und mit Auslegern verziert. Blumenschmuck an den Häusern und Ruhebänke nach ästhetischen Mustern verliehen einen gefälligen Gesamteindruck. Entlang der 1911 gepflasterten Hauptstraße wurden Akazien gepflanzt.

An der Umsetzung der Ortsverschönerung wirkten zahlreiche Künstlerfreunde Seidls mit, darunter Julius Diez, Adolf Hengeler und Ludwig Herterich. Den Abschluss bildete 1913 die Errichtung des Prinzregent-Ludwig-Brunnens (auch Georgsbrunnen genannt) gegenüber dem Rathaus. Der Brunnen, geschaffen vom Bildhauer Fritz Behn, ist benannt nach dem Prinzregenten Ludwig von Bayern, dem späteren König Ludwig III.

Die farbige Gestaltung der Murnauer Häuser im Ober- und Untermarkt ist bis heute ein Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt. Auch die Künstler des „Blauen Reiter“ waren davon angetan. Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, die sich seit 1908 regelmäßig in Murnau aufhielten, erlebten die Phase der Ortsverschönerung direkt mit.

 

 

Ort Murnau am Staffelsee
Autor Tourist Information
Kategorien
Stadtbild
Tourismus
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Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Markt Murnau
Urheber
Thomas Rychly

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