Gandower Grenzturm um 1980
English version below
Der ehemalige Grenzturm auf der gegenüberliegenden Elbseite ist ein erhaltenes bauliches Zeugnis der innerdeutschen Grenzsicherung. In diesem Abschnitt bildete der Fluss während der deutschen Teilung die Staatsgrenze zwischen der DDR und der BRD. Der Turm war Teil eines engmaschigen Systems zur Verhinderung unerlaubter Grenzübertritte und von Fluchtversuchen aus der DDR.
Mit der zunehmenden Abriegelung der innerdeutschen Grenze errichtete die DDR in den 1970er- und 1980er-Jahren zunehmend standardisierte Grenzbeobachtungstürme aus Stahlbeton, um eine dauerhafte Überwachung mit vergleichsweise geringem Personalaufwand zu ermöglichen. Der Grenzturm von Gandow wurde Anfang der 1980er-Jahre errichtet. Aufgrund der offenen Topografie und der Bedeutung der Elbe als Fluchtweg galt dieser Bereich als besonders sicherungsbedürftig.
Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen Grenzbeobachtungsturm des Typs BT 4×4. Dieser Turmtyp war einer der am häufigsten eingesetzten standardisierten Beobachtungstürme der Grenztruppen der DDR. Seine Höhe beträgt rund neun Meter. Der massive Turmschaft trägt im oberen Bereich eine geschlossene Beobachtungsebene, von der aus eine nahezu vollständige Rundumsicht über das Grenzgebiet möglich war. Der vergleichsweise große Innenraum bot Platz für mehrere Grenzsoldaten sowie für Beobachtungs-, Funk- und Signalanlagen.
Während viele Grenzanlagen nach der deutschen Wiedervereinigung abgebaut oder dem Verfall überlassen wurden, blieb der Turm in Gandow erhalten. Der ehemalige Grenzturm wird heute als Aussichtspunkt, Erinnerungsort und Informationsstandort genutzt. Eine außenliegende Treppe ermöglicht den Aufstieg auf den Turm. Von der oberen Plattform bietet sich ein weiter Blick über die Elbauen und das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.
© 2026 Stephan Prieß
The former border tower on the opposite side of the Elbe is a preserved structural example of internal German border security. In this section, the river formed the state border between the GDR and the FRG during the division of Germany. The tower was part of a close-knit system to prevent unauthorized border crossings and attempts to escape from the GDR.
With the increasing closure of the inner-German border, the GDR built increasingly standardized border observation towers made of reinforced concrete in the 1970s and 1980s in order to enable permanent surveillance with comparatively low personnel costs. The Gandow border tower was built in the early 1980s. Due to the open topography and the importance of the Elbe as an escape route, this area was considered particularly in need of security.
The structure is a BT 4×4 border observation tower. This type of tower was one of the most frequently used standardized observation towers by the GDR border troops. Its height is around nine meters. The massive tower shaft has a closed observation level in the upper area, from which an almost complete all-round view of the border area was possible. The comparatively large interior offered space for several border guards as well as observation, radio and signaling systems.
While many border fortifications were dismantled or left to fall into disrepair after German reunification, the tower in Gandow remained intact. The former border tower is now used as a viewing point, memorial and information location. An external staircase allows you to climb the tower. From the upper platform there is a wide view over the Elbe meadows and the Elbe River Landscape Biosphere Reserve.
© 2026 Stephan Prieß
| Ort | Schnackenburg |
| Autor | Stephan |
| Kategorien | Tourismus Erinnern Stadttor/-mauer Brücke/Fluss |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Alle Rechte vorbehalten |
| Bildquelle | |
| Urheber | Stephan Prieß |
| Zugeordnete Touren | Die deutsche Teilung/Division of Germany |