Gerber Aigner
Seit frühester Zeit nutzen die Menschen das Tierfell. Sie machten immer schon Kleidung daraus, Beutel, Zaumzeug, Sättel. Ganz unterschiedliche Dinge.
Die Tätigkeit des Gerbers sorgt dafür, dass die Faserbündel der Haut nicht verkleben und dass dann ein schönes, weiches Leder daraus wird. Wir sind hier bei Herrn Aigner und er führt uns in seine Werkstatt und erzählt uns Näheres über seinen Beruf.
So sieht eine rohe Haut aus. Dafür sind bereits eine Vielzahl von Vorarbeiten; Entfleischen, Enthaaren, auf gewisse Stärke bringen usw. nötig. Da sind wir jetzt schon im Gerbprozess. Das ist ein Gerbfass, das nur für diesen Arbeitsgang benutzt wird, da eben dieser Lebertran, dieses Fischfett, das dazu kommt natürlich alles verklebt.
Für andere Arbeitsschritte, für die wir auch ein Gerbfass oder ein Fass brauchen, können wir dieses dann nicht mehr hernehmen. Es wird nur für den Gerbprozess, für das Einwalken des Trans hergenommen. Schönes altes Holzfass mit einem Exzenterverschluss.
Die Häute bleiben jetzt circa 5-6 Stunden drinnen - bis sie warm werden. Durch die Reibungswärme und durch Wärme, die bei der Oxidation des Tranes entsteht. Und dann mit einem Schubkarren zum Aufzug gebracht, hochgezogen und anschließend dann am Dachboden aufgehängt damit der Reifeprozess weitergeht kann.
Wir machen da gerade Rinder, das wird ein ganz besonderes Leder und das muss in einem mehrstufigen Prozess immer wieder mit diesem Lebertran getränkt werden.
Kommt dann wieder auf den Dachboden rauf, wo einerseits das Wasser, das noch in dem Leder enthalten ist, verdunsten muss und andererseits der Gerbstoff, also der Fischtran oxidieren muss. Fischtran selber wirkt gar nicht gerbend, erst wenn er oxidiert.
Man riecht den typischen Geruch, der heute schon ein bisschen verflogen ist, weil es nicht so warm ist, sonst aber ein paar Tage anhält, je nach Temperatur.
Die Häute kommen dann wieder runter, müssen eben wieder ins Gelbfass rein und wieder mit etwas Tran gedrängt werden, wodurch der Tran immer weiter richtig in die Haut eindringt. Das ist einfach ein langsam dauernder Prozess.
Ist es auch ein Grund warum die Gerbung einfach am Aussterben ist, weil es einfach zu lange dauert. Von der rohen Haut bis zum fertigen Leder, je nach Witterung müssen Sie 3 bis 6 Monate rechnen.
Wir brauchen auch Wasser. Vor allem für die Anfangsschritte, für die rohen Arbeiten. Das Salz muss ausgewaschen werden, der Dreck muss ausgewaschen werden. Es war also immer ganz wichtig, dass der Gerber am Wasser sitzt. Das ist natürlich heute alles optimiert worden.
Wir begleiten nun den Mittleren Lech bis zum Dominikanerinnenkloster Sankt Ursula. Es ist eines der ältesten Klöster unserer Stadt. Und dort, auf dieser Brücke stehen wir und sehen, von Süden kommend den Schwallech.
Unter der Brücke teilt er sich und wird zum Hinteren und zum Mittleren Lech. Der Hintere Lech fließt unterirdisch weiter, und einige 100 Meter weiter sehen wir dann das Wasserrad.
| Ort | Augsburg |
| Autor | Regio Augsburg ... |
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| Bildquelle | Regio Augsburg Tourismus |
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