Gestrandetes Frachtschiff 2003
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Im März 2003 lief das polnische Frachtschiff BM 5247 bei Schnackenburg auf Grund. Der Kapitän Wlodzimierz Rosik wollte über Nacht im Schnackenburger Hafen vor Anker gehen, da er weder mit Radar noch mit Echolot navigierte. Der Kapitän verfehlte auf Grund des Hochwassers die Hafeneinfahrt, und der 57 Meter lange und 180 Tonnen schwere Frachter geriet dabei auf die überfluteten Elbwiesen. Über zehn Monate lang blieb das Schiff auf dem Trockenen. In dieser Zeit entwickelte sich die BM 5247 zu einer lokalen Attraktion. Zahlreiche Schaulustige kamen, um den Frachter zu besichtigen. Die Dorfgemeinschaft zeigte sich hilfsbereit und organisierte Spendenaktionen, um den mittellosen Kapitän zu unterstützen.
Im Januar 2004 startete schließlich die Bergungsaktion unter der Leitung des Technischen Hilfswerks (THW) aus Salzwedel. Rund 80 Helfer arbeiteten bei eisigen Temperaturen unermüdlich, um den Frachter zu befreien. Das Schiff wurde mithilfe von Luftkissen nach und nach um 50 Zentimeter angehoben. Solide Balkenkonstruktionen stützten das Schiff, während es in die richtige Position gebracht wurde. Um den Frachter zurück ins Wasser zu befördern, baute das THW eine Slip-Anlage. Rohre wurden unter das Schiff gelegt und dienten als Rollenbahn. Der entscheidende Schub erfolgte durch einen russischen Bergepanzer T-55, ein ehemaliges DDR-Militärfahrzeug aus Privatbesitz.
Die Rettungsaktion wurde zu einem Ereignis für die Region. Rund 2000 Zuschauer verfolgten die spektakulären Arbeiten. Schließlich rollte die BM 5247 zurück in die Elbe – ein Moment, der mit Applaus und Jubel der Zuschauer gefeiert wurde. Die Kosten der Bergung beliefen sich auf etwa 35.000 Euro, wobei das THW ehrenamtlich arbeitete. Ein Spendenkonto trug dazu bei, die finanzielle Last zu mildern. Kapitän Rosik konnte seine Fahrt wenige Tage später fortsetzen.
Fotos von der spektakulären Bergungsaktion können hier angesehen werden: https://ov-kutenholz.thw.de/aktuelles/einsaetze-u-hilfeleistung/archiv/2004-01-15-kapitaen-in-not.
Kapitän Rosik bedankte sich anschließend über eine Zeitungsanzeige mit folgenden Worten: „Liebe Schnackenburger, liebes Technisches Hilfswerk und alle anderen lieben Menschen, die mich unterstützt, mir geholfen und die Bergung meines Schiffes ermöglicht haben. Bei Euch allen möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Länger als zehn Monate habe ich mit meinem Schiff bei Schnackenburg festgesessen und in dieser Zeit an so manchem Tag nicht gewusst, wie es weitergehen sollte. Doch ihr alle habt mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden und auch Trost gespendet. Das alles hat mir sehr gutgetan. Besonders freut es mich auch, dass ich viele neue Freunde gewonnen habe. Nun ist mein Schiff wieder frei, und ich kann endlich in meine polnische Heimat zurückkehren. Wahrscheinlich noch in dieser Woche werde ich Schnackenburg verlassen. In Polen werde ich immer an Euch denken. Mein ganz besonderer Dank gilt dem Technischen Hilfswerk mit seinem Einsatzleiter Hans-Hermann Mietz, dem Schnackenburger Bürgermeister Andreas Koch, den beiden Fährleuten Ingo Scholz und Klaus Reineke sowie Wolfgang Wessel aus Köln, dem Initiator des Spendenkontos. Auf Wiedersehen und noch einmal herzlichen Dank, bardzo dzieknje. Euer Kapitän Wlodzimierz Rosik.“
© 2026 Stephan Prieß
In March 2003, the Polish cargo ship BM 5247 ran aground near Schnackenburg. Captain Wlodzimierz Rosik had intended to anchor in the Schnackenburg harbor overnight, as he was navigating without the aid of radar or an echo sounder. Due to high water levels, the captain missed the harbor entrance, and the 57-meter-long, 180-ton freighter ended up on the flooded Elbe meadows. The ship remained stranded on dry land for over ten months. During this time, the BM 5247 became a local attraction, drawing numerous onlookers who came to see the freighter. The village community proved helpful, organizing fundraising campaigns to support the penniless captain.
In January 2004, the salvage operation finally began under the direction of the Federal Agency for Technical Relief (THW) from Salzwedel. Around 80 volunteers worked tirelessly in freezing temperatures to free the freighter. Using air cushions, the ship was gradually lifted by 50 centimeters. Sturdy timber structures supported the vessel as it was maneuvered into the correct position. To move the freighter back into the water, the THW constructed a slipway; pipes placed beneath the ship served as a roller track. The decisive push was provided by a Russian T-55 recovery tank—a former East German military vehicle now in private ownership.
The rescue operation became a major event for the region, with around 2,000 spectators watching the spectacular proceedings. Finally, the BM 5247 rolled back into the Elbe—a moment celebrated with applause and cheers from the crowd. The salvage operation cost approximately 35,000 euros, with the THW providing its services on a voluntary basis. A donation fund helped to alleviate the financial burden. Captain Rosik was able to continue his journey a few days later.
Photos of the spectacular salvage operation can be viewed here: https://ov-kutenholz.thw.de/aktuelles/einsaetze-u-hilfeleistung/archiv/2004-01-15-kapitaen-in-not.
Captain Rosik subsequently expressed his gratitude in a newspaper advertisement with the following words: "Dear people of Schnackenburg, dear members of the Technical Relief Agency (THW), and all the other kind people who supported and helped me and made the salvage of my ship possible: I would like to thank you all most sincerely. I was stranded with my ship near Schnackenburg for more than ten months, and during that time, there were many days when I did not know how to go on. Yet you all stood by me with advice and practical help, and offered comfort as well. That meant a great deal to me. I am also particularly pleased to have made so many new friends. Now my ship is free again, and I can finally return to my home in Poland. I will likely leave Schnackenburg this week. Back in Poland, I will always think of you. My very special thanks go to the Technical Relief Agency and its operations manager Hans-Hermann Mietz, Schnackenburg Mayor Andreas Koch, ferrymen Ingo Scholz and Klaus Reineke, and Wolfgang Wessel from Cologne, who initiated the donation fund. Goodbye and thank you once again - "bardzo dziękuję". Yours, Captain Wlodzimierz Rosik."
© 2026 Stephan Prieß
| Ort | Schnackenburg |
| Autor | Stephan |
| Kategorien | Erinnern Brücke/Fluss |
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