Goldener Turm Regensburg
Was sind "Patriziertürme?"
Diese Bauwerke wurden vor allem zwischen dem 12. und 15. Jahrhundet erbaut. Bauherren und Eigentümer waren reiche Handelsfamilien. Diese auch "Geschlechtertürme" genannten Türme wurden sowohl nördlich auch als südlich der Alpen erbaut. Sie dienten unter anderem als Wachtürme oder Wohntürme, sollten aber vor allem den Wohlstand der jeweiligen Familie zeigen.
Der "Goldene Turm" in Regensburg
Mit 42 Metern Höhe ist der "Goldene Turm" der höchste noch erhaltene Patrizierturm nördlich der Alpen. Um das Jahr 1260 erbaut, diente er zunächst als Wachturm, wurde später aber als Wohnturm benutzt. Der Name leitet sich von einer Gaststätte aus dem 17. Jahrhundert ab. Ein kleiner Geheimtipp ist der Zugang zum versteckten Innenhof links vom Turm. Das Denkmalgeschützte Gebäude wurde 1985 saniert, seitdem bieten dort Wohnplätze des Studentenwerks 43 Studierenden Platz. Im obersten Stockwerk befindet sich ein rekonstruiertes Turmzimmer mit Renaissance-Malereien aus dem 16. Jahrhundert.
In der Regensburger Altstadt findet sich der größte Bestand im deutschsprachigen Raum mit noch über 20 erhaltenen Türmen. Diese noch sichtbaren Zeugnisse von einst mehr als 50 Türme zeigen heute noch den Stellenwert von Regensburg als Handelszentrum.
Literaturhinweise:
- Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz, Goldener Turm, in: https://stwno.de/de/wohnen/wohnanlagen-rgbg/goldener-turm [06.09.2020]
- Wolter, Heike, In einer Stadt vor unserer Zeit. 10 Spaziergänge durch die Geschichte von Regensburg, Salzburg 2013.
- Zeune, Joachim, Geschlechtertürme, in: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Geschlechtertürme [06.09.2020]
Aufgaben für Schülerinnen und Schüler:
1. In der Sprachaufnahme aus dem 14. Jahrhundert spricht der Regensburger Händler Mathäus Runtinger am Kohlmarkt über den "Goldenen Turm".
Hör dir an was er zu sagen hat und überlege:
Welche Wirkung hatten die Patriziertürme auf die Bewohner Regensburgs im Mittelalter?
2. Wie war es wohl, vor 500 Jahren in solch einem Turm zu leben?
Diskutiere darüber in deiner Gruppe!
Mögliche Antworten von Schülerinnen und Schülern zu Aufgabe 1:
- die Türme wirken protzig
- die Türme sollen den Reichtum der Händler des mittelalterlichen Regensburgs zur Schau stellen
- normale Bürger empfinden Türme als Angeberei
Mögliche Antworten von Schülerinnen und Schülern zu Aufgabe 2:
- unpraktisch, da viele Treppen und kleine Räume
- ungemütlich, kalt im Winter, heiß im Sommer
Audiodatei in gedruckter Form für Lehrkräfte:
Der bekannte Regensburger Kaufmann Matthäus Runtinger (um 1350 - 1407)spricht am Kohlenmarkt über den "Goldenen Turm":
"Der Goldene Turm ist - so ungern ich es auch zugebe - im Vergleich zu meinem Haus ein sehr besonderer Patrizierturm. Er ist nämlich der höchste Wohnturm nördlich der Alpen. Er besitzt neun Stockwerke und ist fast 50 Meter hoch. Die italienischen Kaufleute, die darin leben, haben ihn meiner Meinung nach aus purer Angeberei errichten lassen..."
Wolter, Heike, In einer Stadt vor unserer Zeit. 10 Spaziergänge durch die Geschichte von Regensburg, Salzburg 2013.
erstellt von: Michael Uschold
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
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| Lizenz | Creative Commons BY |
| Bildquelle | Goldener Turm in Regensburg |
| Urheber | Michael Uschold |
| Zugeordnete Touren | Mittelalterliches Handelszentrum Regensburg |