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Güterbahnhof 2020

Von dort aus wurden Juden in Zügen nach Gurs deportiert

Die Abholkommandos ließen den Menschen manchmal nur wenige Minuten zum Packen, denn nur zwei Stunden nach dem Beginn der Aktion stauten sich Lastwagen mit verängstigten Menschen auf der Brücke zum Stühlinger. Diese fuhren das kurze Stück zum Bahnhof. Den genauen Ort wohin die Opfer gebracht werden, sollte ihnen noch nicht ganz klar gewesen sein. Lilli Reckendorf beschreibt, dass sie vom Stühlinger her auf den westlichsten Bahnhof geführt wurde. Dort traf gegen 2.00 Uhr morgens ein Sammeltransport aus Konstanz, Gailingen, Mittelbaden, Offenburg, Lahr und Emmendingen ein. Andere Zeitzeugen erinnern sich, dass als Sammel- und Verladeort an der Bahn die Güterhalle gegenüber der heutigen Specht-Passage an der Snewlinstraße genutzt wurde. Laut Lilli Reckendorf bestand der Zug aus französischen 2. Klasse-Waggons mit Einzelabteiltüren. Es soll auch einen Sanitätswaggon gegeben haben. Zunächst überwachten SS-Leute den Zug auf der langen Fahrt über Lyons ins unbesetzte Südfrankreich. Diese drangsalierten die Insassen und raubten sie aus, bis sie an der Demarkationslinie bei Dôle zurückblieben. Im Zug war es nachts dunkel, die Toiletten waren verdreckt, außerdem wurde nach und nach das Wasser knapp. Es fuhren mehrere Züge mit Deportieren aus Freiburg ab. Die Abfahrten von sieben Zügen voll mit badischen und pfälzischen Juden nach Frankreich sind bekannt.

Quelle:

Ecker, U. (2000): Die Deportation der Freiburger Juden nach Gurs am 22./23. Oktober 1940. Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins „Schau-ins-Land“, 119 Jahresheft 2000, S. 141-151.

Ort Freiburg im Breisgau
Autor Digitalisierung...
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Urheber
Dr. med. Mabuse
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