Gummern um 1928
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Das kleine Dorf Gummern blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück, die eng mit seiner geografischen Lage und der Entwicklung des ehemaligen Gutshofes verbunden ist. Gummern wurde erstmals 1360 unter dem Namen „Gummeren“ urkundlich erwähnt und ist geprägt von landwirtschaftlicher Tradition, adeligen Einflüssen und der unmittelbaren Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze.
Gummern war über Jahrhunderte hinweg ein typisches Bauerndorf, in dem die Landwirtschaft das zentrale Element des Lebens darstellte. Die Dorfbewohner waren in verschiedene soziale Schichten unterteilt, darunter Ackerleute, Kossäten (kleinere Landbesitzer) und Brinksitzer (Besitzer kleinerer Höfe), die gemeinsam das dörfliche Leben prägten. Gummern ist als einzeiliges Marschhufendorf angelegt worden, was typisch für die Region ist. Diese Siedlungsform ermöglicht eine effiziente Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen in der durch Hochwasser geprägten Elbaue.
Besonders hervorzuheben ist der ehemalige Gutshof Gummern, der ursprünglich zum Rittergut Gartow des Johanniterordens gehörte. Die soziale Struktur Gummerns war eng mit dem Gut verknüpft. Viele Dorfbewohner arbeiteten als Pächter, Tagelöhner oder in der Verwaltung des Hofes. Im 15. Jahrhundert ging das Gut von der Familie von der Schulenburg auf die Familie von Bülow zu Gartow über, bevor es schließlich in den Besitz der Familie von Bernstorff gelangte. Das Gut blieb bis ins 20. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Dorf.
Bis 1719 gehörte Gummern zur Altmark und damit zur Mark Brandenburg, bevor es durch eine Gebietsabtretung an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg überging. Während der Pestepidemie im 17. Jahrhundert wurde das Dorf schwer getroffen. Viele Höfe standen vorübergehend leer, und die wirtschaftliche Stabilität des Dorfes war gefährdet. Dennoch gelang es Gummern, sich zu erholen und seine landwirtschaftliche Produktion wieder aufzunehmen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts umfasste die Gemarkung des Dorfes etwa 400 Hektar, wovon der größte Teil landwirtschaftlich genutzt wurde.
Ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft war die Bockwindmühle von Gummern, die im Jahr 1726 errichtet wurde. Sie diente über zwei Jahrhunderte hinweg als zentrale Anlaufstelle für die Bauern des Dorfes, um ihr Getreide zu mahlen. Die Mühle wurde 1945 abgerissen. Sie stand zu diesem Zeitpunkt auf dem Gebiet der sogenannten Ostzone.
Gummern lag bis zur deutschen Wiedervereinigung unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war damit Schauplatz von Trennung, Wachtürmen und Grenzsicherungsanlagen. Die damalige Situation kann eindrücklich an der Gedenkstätte des ehemaligen Nachbardorfes Stresow, nur wenige hundert Meter von Gummern entfernt, nachvollzogen werden. Heute ist Gummern ein ruhiges Dorf mit rund 30 Einwohnerinnen und Einwohnern, das seinen ländlichen Charakter bewahrt hat. Viele der historischen Bauernhöfe wurden modernisiert oder umgestaltet.
© 2026 Stephan Prieß
The small village of Gummern looks back on a fascinating history that is closely linked to its geographical location and the development of the former estate. Gummern was first mentioned in documents in 1360 under the name “Gummeren” and is characterized by agricultural tradition, aristocratic influences and the immediate proximity to the former inner-German border.
For centuries, Gummern was a typical farming village in which agriculture was the central element of life. The villagers were divided into different social classes, including farmers, Kossäten (smaller landowners) and Brinksitzer (owners of smaller farms), who together shaped village life. Gummern was laid out as a single-row marsh-hoofed village, which is typical for the region. This form of settlement enables efficient use of the agricultural land in the Elbe area, which is affected by flooding.
Particularly noteworthy is the former Gummern estate, which originally belonged to the Gartow manor of the Order of St. John. The social structure of Gummern was closely linked to the estate. Many villagers worked as tenants, day laborers or in farm administration. In the 15th century, the estate passed from the von derschulenburg family to the von Bülow zu Gartow family before it finally came into the possession of the von Bernstorff family. The estate remained an important economic factor for the village until the 20th century.
Until 1719, Gummern belonged to the Altmark and thus to the Mark of Brandenburg, before it was transferred to the Electorate of Braunschweig-Lüneburg through a territorial cession. The village was hit hard during the plague epidemic in the 17th century. Many farms were temporarily empty and the economic stability of the village was at risk. Nevertheless, Gummern managed to recover and resume agricultural production. At the end of the 19th century, the village area already covered around 400 hectares, most of which was used for agriculture.
An important part of the village community was the Gummern post mill, which was built in 1726. For over two centuries it served as a central point for the village's farmers to grind their grain. The mill was demolished in 1945. At that time it was in the area of the so-called eastern zone.
Until German reunification, Gummern was located directly on the former inner-German border and was therefore the scene of separation, watchtowers and border security systems. The situation at that time can be clearly seen at the memorial site in the former neighboring village of Stresow, just a few hundred meters from Gummern. Today Gummern is a quiet village with around 30 residents that has retained its rural character. Many of the historic farms have been modernized or redesigned.
© 2026 Stephan Prieß
| Ort | Schnackenburg |
| Autor | Stephan |
| Kategorien | Stadtbild Tourismus Rekonstruktion |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Wendland-Archiv |
| Urheber | Philipp Linkersdörfer |
| Zugeordnete Touren | Durch die Jahrhunderte/Through the Centuries |