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Historisches Rathaus

Frontansicht des historischen Rathauses in Regensburg

Der Umgang mit dem jüdischen Friedhof

Um 1500 setzte sich die Stadtführung Regensburgs, nachdem die Unruhen gegen die scheinbar priviligierten Juden der Stadt innerhalb der Bevölkerung unüberhörbar wurden, mit der jüdischen Gemeinde zusammen. Die Forderungen der Stadt, Juden sollten z.B. mehr Steuern zahlen und sich vollständig aus dem Handwerk zurückziehen, standen im starken Widerspruch zu den Wünschen der jüdischen Gemeinschaft nach Steuerentlastungen und Sicherung von Zinsdarlehen. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden und so nahm der Druck auf die jüdische Gemeinschaft weiter zu. Die Lage eskaltierte im Februar 1519, als man alle jüdische Bürger aus der Stadt vertrieb. Dabei hatte insbesondere ein Mann eine herausstechende Rolle: Theologieprofessor und Domprediger Balthasar Hubmaier. Man machte die Juden unter anderem für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich. Hubmaier selbst musste wegen seiner hetzerischen Aussagen bereits 1518 vor den Augsburger Reichstag, bzw. vor Maximilian I. treten und sich verantworten. Unbeeindruckt von diesem scheinbaren Rückschlag, verbreitete er weiter Hetze, die nur ein Jahr später das erhoffte Ergebnis brachte. Nach dem Tod Maximilian des Ersten 1519 entstand ein Machtvakuum, ein Zustand, bei dem die Machtverhältnisse nicht eindeutig geklärt sind. Der Regensburger Rat nutzte diese Gelegenheit und initiierte die Vertreibung der Juden aus der Stadt. Dabei gingen sie besonders forsch vor: die Ausweisung war nicht nur rechtswidrig, sondern auch auf einen Zeitraum von 14 Tagen begrenzt.

Neben vieler weiterer Grausamkeiten wurde unter anderem auch der jüdische Friedhof aufgelöst. Bis heute kann nicht mehr genau nachvollzogen werden, wo sich der Friedhof exakt befand. Man vermutet ihn am südlichen Ende der Maximilianstraße, die später noch Teil dieser Führung sein wird. Für den derzeit geplanten Umbau des Regensburger Bahnhofs fanden intensive archäologische Arbeiten statt, um sich zu versichern, dass dem Umbau des Viertels keine geschichtlichen Überreste zum Opfer fallen würden. 

 

Fragen und Arbeitsaufträge

1) Könnt ihr euch vorstellen, welche Funktion die alten Grabsteine eingenommen haben?

2) Was könnte für Historiker mit der wissenschaftlichen Arbeit an den Grabsteinen besonders interessant sein?

3) Ist dieses Wissen nur für Historiker von Interesse? Wer könnte noch davon profitieren?

 

Literaturhinweise

Elkhofer, Volker/Demmelhuber, Simon: Synagoge, Ghetto und Gelehrte. 2014, in: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/geschichte/juedisches-leben-regensburg-synagoge-ghetto-gelehrte-100.html, abgerufen am 26.06.2020.

Biermann, Claudia: Keine Spur vom jüdischen Friedhof. 2018, in: https://www.regensburg.de/regensburg-507/nachgefragt/die-suche-nach-dem-verborgenen-friedhof-interview, abgerufen am 26.06.2020.

(CK)

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
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Bildquelle
Rathaus Regensburg
Urheber
Caroline Kappler
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