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Johann de Snakenburch um 1218

Die Ritter von Schnackenburg

Herkunft und Namensgebung

Das Adelsgeschlecht von Schnakenburg, in den Quellen mit den Schreibweisen Schnakenburg, Snakenburg, Snakenburch und Snakenborg vorkommend, entstammt dem Ort bzw. der ehemaligen Burg Schnackenburg. (Wilhelm Biereye, Über die Besiedlung des Landes Parchim durch die deutsche Ritterschaft 1226-1256, in: Mecklenburgische Jahrbücher, Band 96, 1932, S. 151-188)

Der Name Schnackenburg kommt von den „Snaca“ (Schlange im Altniederdeutschen, Tropidonotus natrix: Ringelnatter), die es in der Gegend zahlreich gab (Hermann Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannover mit Rücksicht auf die Nachbargebiete geographisch dargestellt, 1888, S. 99)

Die Familie führte als Wappen einen Schrägbalken, belegt mit einer Schlange, wie es in heraldischen Kompilationen des 19. Jahrhunderts überliefert ist (Friedrich Crull, Die Wappen der bis 1360 in den heutigen Grenzen Mecklenburgs vorkommenden Geschlechter der Mannschaft, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 52, 1887, S. 34–182).

Ritter Johann von Schnakenburg

Der erste prominent urkundlich bezeugte Vertreter der Familie ist Johannes (Johann) von Schnakenburg, der zwischen 1218 und 1271 mehrfach in mecklenburgischen Quellen auftritt:

  • 1218: Johannes de Snakenburch erscheint als Zeuge in einer Urkunde Herzog Heinrichs Borwin, in der die Privilegien des Klosters Doberan bestätigt werden (Franz Boll, Meklenburgs deutsche Colonisation im 12. und 13. Jahrhundert, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 13, 1848, S. 57–112).
  • 1241–1244: Johann ist in Gefolge Fürst Pribislavs von Parchim nachweisbar und beteiligt sich an der Kolonisation im Land Plau. Er besaß dort das Dorf Slapsow, das er später an die Stadt Plau verkaufte. Zugleich trat er in Rechtsstreitigkeiten mit dem Bischof von Schwerin über Zehnten ein (Wilhelm Biereye, Über die Besiedlung des Landes Parchim durch die deutsche Ritterschaft 1226–1256, in: Mecklenburgische Jahrbücher, Bd. 96, 1932, S. 151–188).
  • 1243–1271: Johann stand zeitweise im Dienst der Fürsten von Rostock, später bei Nikolaus von Werle, und nahm auch Vormundschaftsaufgaben für unmündige Fürstensöhne wahr (ebd.).

Diese Stationen machen Johann zu einer wichtigen Person innerhalb der mecklenburgischen Ritterschaft. Er repräsentiert die Familie als ritterlichen Vasallen, der eng in fürstliche Verwaltung, Kolonisation und Rechtsgeschäfte eingebunden war.

Die Familie in Mecklenburg

Neben Johann erscheinen auch seine Nachkommen und Seitenlinien in mecklenburgischen Quellen, u. a. Gerhard von Schnakenburg (nach 1253) und weitere Angehörige bis ins 14. Jahrhundert (vgl. Friedrich Techen, Überblick über die Geschichte Wismars, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 56, 1891, S. 1–17).

Die Linie Snakenborg in Schweden

Im 14. Jahrhundert gelangte ein Zweig der Familie nach Schweden. In den Quellen erscheint das Geschlecht dort unter der Form Snakenborg:

  • ca. 1360: Eine Linie der Familie wanderte nach Schweden ein, wo sie durch Heiraten mit alteingesessenen schwedischen Adelsgeschlechtern in den Rang des frälse (schwedischer Adel) erhoben wurde (Svenskt biografiskt lexikon).
  • Die schwedische Linie erlosch bereits im späten 15. Jahrhundert (um 1470 auf der männlichen, um 1500 auf der weiblichen Seite). Daher wurde sie nicht in das 1625 gegründete schwedische Adelsregister (Riddarhuset) eingeführt.

© 2026 Stephan Prieß

Ort Schnackenburg
Autor Stephan
Kategorien
Erinnern
Burg/Schloss
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Zugeordnete Touren Schnackenburg im Wandel der Jahrhunderte

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