Judenbrücke
Ungefähr an dieser Stelle befand sich früher die sogenannte „Judenbrücke“. Sie stellte einen Eingang ins jüdische Viertel dar und führte über den heute unterirdisch verlaufenden Vitusbach. Als es im Jahr 1096 im Zuge des ersten Kreuzzuges zu Judenverfolgungen und Zwangstaufen von Juden in ganz Deutschland kam, blieb auch Regensburg nicht verschont. Im Gegensatz zu anderen deutschen Städten, wo die Juden ermordet wurden oder zum Teil sogar den Kiddusch Haschem (ritueller Selbstmord um der Zwangstaufe zu entgehen) begingen, wurden die Regensburger Juden geschlossen von Peter von Amiens und seinen Kreuzfahrerhorden im Vitusbach nahe der Judenbrücke zwangsgetauft. Glücklicherweise durften die Regensburger Juden aber schon 1097 aufgrund eines Privilegs Kaiser Heinrichs IV. wieder zu ihrer Religion zurückkehren.
Der genaue Ort der Brücke ist heute unbekannt, allerdings wurde neben der Brücke Mitte des 13. Jahrhunderts eine Kapelle errichtet, aus welcher sich später das Augustinerkloster (links des Standpunktes) entwickelte. Abgebildet ist ein Kupferstich des Klosters aus dem Jahr 1731.
Fragen und Arbeitsaufträge
Im Verlauf der Synode von Clermot rief Papst Urban II. dazu auf, das Heilige Land von den Feinden des Christentums (gemeint waren vor allem die Muslime) zu befreien. Dieser Aufruf löste den ersten Kreuzzug aus. Viele Adlige machten sich mit ihren Kreuzfahrerheeren auf den Weg nach Jerusalem, wobei es sowohl in Frankreich als auch in Deutschland zu Ausschreitungen gegen jüdische Gemeinden kam. Nenne mögliche Gründe hierfür.
Literaturhinweise
Haverkamp, Eva: Hebräische Berichte über die Judenverfolgungen während des Ersten Kreuzzugs (Monumenta Germaniae Historica, Bd.1), Hannover 2005.
(JS)
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Erinnern Brücke/Fluss Rekonstruktion |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Kupferstich - Ehemaliges Augustinerkloster Regensburg |
| Urheber | Johann Mathias Steidlin |
| Zugeordnete Touren | Jüdisches Regensburg |