Jüdische Grabplatte
Das Lochgefängnis im Rathaus
Im Alten Rathaus wurde ein Grabstein als Verschluss eines sogenannten Lochgefängnisses verwendet, in dem Gefangene auf ihre Folterung bzw. Tötung warteten. Die Skrupellosigkeit und der Rassengedanke könnte an keinem Ort tiefere Versinnbildlichung finden. Mehr als 4.000 Grabsteine fanden ab 1210 bis 1519 auf dem jüdischen Friedhof ihren Platz. Die Beschriftung und Personalisierung der Grabsteine war ein sehr sorgfältiger Prozess. Nach der Vertreibung 1519 kommentierte, markierte und veränderte man die Schriftzüge auf den Steinen zugunsten ihrer neuen Besitzer, die sie als Baumaterial oder als Trophäe behandelten.
Fragen und Arbeitsaufträge
1) Könnt ihr euch vorstellen, warum man den Stein in dieser Form weiterverwendet hat?
2) * „Der Stein hatte gegenüber der Schrift [nach 1519, Anm. d. Verfasserin] wieder an Gewicht gewonnen.“ (S. 500) Auf was weist Susanne Härtel mit dieser Aussage hin?
3) Findet Gründe dafür, warum die Steine nie an ihren Ursprungsort zurückgeführt worden sind bzw. warum es vielleicht sogar intendiert ist, dass dies nicht geschehen ist. Diskutiert anschließend die Pro und Contras in der Klasse.
Literaturhinweise
Härtel, Susanne: Wie sich die Dinge präsentieren. Auf den Wegen jüdischer Grabsteine aus Regensburg, in: Frühmittelalterliche Studien 46/1 (2013), S. 485-512.
Biermann Claudia: Keine Spur vom jüdischen Friedhof. 2018, in: https://www.regensburg.de/regensburg-507/nachgefragt/die-suche-nach-dem-verborgenen-friedhof-interview, abgerufen am 26.06.2020.
(CK)
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Rathaus |
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| Bildquelle | Stadt Regensburg |
| Urheber | Stadt Regensburg |
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