Jüdischer Grabstein
Dieser Grabstein ist der 1516 verstorbenen Tochter des Regensburger Rabbi Jekutiel gewidmet. Nach der Vertreibung der Juden im Jahr 1519 wurde er vom Regensburger Kämmerer (Bürgermeister) Caspar Aman in die Wand des Hauses Hinter der Grieb 2 eingemauert. Während man auf dem oberen Teil noch die originale, hebräische Inschrift erkennt, steht direkt darunter der Name „Caspar Aman“ in großen, lateinischen Buchstaben. Die hebräische Inschrift lautet übersetzt: „Gedenkstein des Grabes der geachteten und tugendhaften und tüchtigen Frau meiner Mutter und Lehrerin (mit ihr sei der Friede) der Frau Gnenle, Tochter des gelehrten Herrn Rabbi Jekutiel (das Andenken des Gerechten sei zum Segen) welchem die Ewigkeit eingegangen ist am 25. Tewes 27 nach der kleinen Zeitrechnung. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens im Garten Eden. Amen, Amen.“ Im unteren Teil, der der frühere Sockel des Grabsteins sein könnte, findet sich die deutsche Inschrift „Am montag am abent petri Stuelfeyer (22. Februar) sein di juden aus der stat Regenspurg geschaft Vnd am achten tag darnach kainen mer gesehen LAVS DEO" (Gelobt sei Gott). Über der deutschen Inschrift befindet sich das Wappen der Familie Aman, eine Rose in stehender Spitze, mit der Inschrift: „Anno domini 1519“. So wurde zum einen das Geschehen in zeitlicher Abfolge festgehalten, zum anderen auch der „Triumph“ über die Juden durch den politisch beteiligen Caspar Aman für sich reklamiert.
Fragen und Arbeitsaufträge
1) Warum war es für manche Regensburger Christen attraktiv einen Grabstein zu rauben, sich selbst darauf zu verewigen und das Ganze öffentlich auszustellen?
2) Wie ist Deiner Meinung nach heute mit solch sensiblen Relikten umzugehen?
3) *Versetze Dich in die Lage eines Angehörigen der Verstorbenen und schreibe aus dieser Perspektive einen Brief an deinen Onkel, in dem Du ihm berichtest, was vorgefallen ist.
Literaturhinweise
Härtel, Susanne: Wie sich die Dinge präsentieren. Auf den Wegen jüdischer Grabsteine aus Regensburg, in: Frühmittelalterliche Studien 46/1 (2013), S. 485-512.
(JS)
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Stadtbild Erinnern Synagoge |
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| Lizenz | Alle Rechte vorbehalten |
| Bildquelle | Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Regensburg |
| Urheber | Isaak Meyer |
| Zugeordnete Touren | Jüdisches Regensburg |