Kaufhaus Leonhard Tietz um 1920
Das historische Bild zeigt das Warenhaus Tietz, eine Filiale der Leonhard Tietz AG. 1879 hatte Tietz sein erstes Geschäft in Stralsund eröffnet und sein Unternehmen konnte seitdem ein rasantes Wachstum verzeichnen. Es folgten weitere Filialen und 1905 gründete er schließlich die Leonhard Tietz AG. Nach seinem Tod im Jahr 1914 übernahm Alfred Leonhard Tietz, sein ältester Sohn, die Geschäftsführung. 50 Jahre nach der Gründung gehörten bereits 43 Filialen mit 15.000 Angestellten. Der von der NSDAP im März 1933 initiierte Boykott jüdischer Geschäfte setzte auch dem Warenhaus Tietz stark zu und die jüdischen Vorstandsmitglieder, darunter Alfred Tietz, wurden aus dem Unternehmen gedrängt, das 1933 in Westdeutsche Kaufhof AG umbenannt wurde. Die Arisierung wurde dadurch abgeschlossen, dass die Familie Tietz gezwungen wurde, ihre Anteile an Banken abzugeben. Sie konnte emigrieren und wurde nach dem Krieg mit 5 Millionen DM entschädigt. Aus der ehemaligen Leonhard Tietz AG ging so die Galeria Kaufhof GmbH hervor. Die Mainzer Filiale wurde im August 1942 bei einem der zahlreichen Luftangriffe zerstört. Heute befindet sich an nahezu gleicher Stelle ein Kaufhof.
| Ort | Mainz |
| Autor | Alexander |
| Kategorien | Stadtbild Erinnern |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | StA Mz, BPS; Brüchert, Hedwig (Hrsg.): MAGENZA - 1000 Jahre jüdisches Mainz, Mainz 2015 |
| Urheber | Unbekannt |
| Urheber Vergleichsbild | |
| Lizenz Vergleichsbild | Alle Rechte vorbehalten |