Landwehr bei Gummern 1723
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Das Gebiet der Altmark erfuhr im frühen 18. Jahrhundert eine kleine, aber längst überfällige Grenzbereinigung. Drei Dörfer im nördlichsten Zipfel – Gummern, Kapern und Holtorf –, südlich und westlich von Schnackenburg gelegen und Teil der von Bernstorffschen Herrschaft Gartow, gehörten politisch-hoheitlich zum Königreich Preußen. Friedrich Wilhelm I. erklärte sich 1715 im Vertrag mit Kurfürst Georg Ludwig von Hannover im Zusammenhang mit dem Nordischen Krieg zur Abtretung dieser Dörfer bereit, allerdings unter der Bedingung territorialer Zugewinne in Pommern. Als Schweden 1719 auf Stettin, das Gebiet zwischen Oder und Peene sowie die Inseln Wollin und Usedom verzichtete, konnte die Übergabe der drei Dörfer an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg vollzogen werden.
Zwischen Braunschweig-Lüneburg und der Altmark bestand über Jahrhunderte eine Landwehr, die als wichtige Grenz- und Schutzlinie zwischen den politisch häufig unterschiedlich ausgerichteten Territorien diente. Sie setzte sich aus Gräben, Wällen und dicht verflochtenen Hecken zusammen, die das unkontrollierte Überschreiten der Grenze verhindern und den Verkehr auf wenige, bewachte Übergänge lenken sollten. Diese natürliche Befestigung erfüllte sowohl militärische Aufgaben als auch Funktionen der Handels- und Wegekontrolle. Für ihre Erhaltung sorgten sogenannte Knickhauer, die die Hecken regelmäßig schnitten und knickten, sodass sie als nahezu undurchdringliche Barriere bestehen blieben.
Bei Gummern ist noch ein Rest dieser historischen Landwehr erhalten. Auf einer Länge von etwa 100 Metern sind die Strukturen erkennbar; der Wall misst rund sieben Meter in der Breite und etwa 1,20 Meter in der Höhe. Dieser Abschnitt ist heute als Bodendenkmal im Denkmalatlas Niedersachsen verzeichnet. Der gesamte Verlauf der Landwehr zwischen Braunschweig-Lüneburg und der Altmark kann auf dieser Karte von 1737 eingesehen werden: https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v4547901&icomefrom=search. In der dortigen Beschreibung des Grenzverlaufs wird erwähnt, dass an dieser Stelle die Grenze 1723 „reguliert“ wurde.
© 2026 Stephan Prieß
The Altmark area underwent a small but long overdue border adjustment in the early 18th century. Three villages in the northernmost tip - Gummern, Kapern and Holtorf - located south and west of Schnackenburg and part of the von Bernstorff rule of Gartow, belonged politically and sovereignly to the Kingdom of Prussia. In 1715, Friedrich Wilhelm I agreed to cede these villages in a contract with Elector Georg Ludwig of Hanover in connection with the Northern War, but on the condition of territorial gains in Pomerania. When Sweden renounced Stettin, the area between the Oder and Peene and the islands of Wollin and Usedom in 1719, the three villages were handed over to the Electorate of Braunschweig-Lüneburg.
For centuries there was a Landwehr between Braunschweig-Lüneburg and the Altmark, which served as an important border and protective line between the territories, which often had different political orientations. It was made up of ditches, ramparts and densely interwoven hedges that were intended to prevent uncontrolled crossing of the border and direct traffic to a few guarded crossings. This natural fortification fulfilled both military tasks and trade and route control functions. Their preservation was ensured by so-called bent hewers who regularly cut and bent the hedges so that they remained as an almost impenetrable barrier.
A remnant of this historic Landwehr still remains near Gummern. The structures are visible over a length of around 100 meters; The wall measures around seven meters wide and around 1.20 meters high. This section is now listed as an archaeological monument in the Lower Saxony Monument Atlas. The entire route of the Landwehr between Braunschweig-Lüneburg and the Altmark can be seen on this map from 1737: https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v4547901&icomefrom=search. The description of the border there mentions that the border was “regulated” at this point in 1723.
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| Ort | Aland |
| Autor | Stephan |
| Kategorien | Erinnern Stadttor/-mauer Rekonstruktion |
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