Lederhandlung Schusterstr 2020
Lederhandlung der Familie Mayer
Boykott und Enteignung
Unter der Parole „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“ begann am 1. April 1933 ein reichsweiter Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte. Organisiert wurde diese Kampagne vom fränkischen Gauleiter Julius Streicher. Schon in den zwanziger Jahren hat sich die antijüdische Boykottbewegung in Deutschland ausgeweitet. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gingen Angehörige der Parteigliederung immer stärker gegen Juden vor.
Angehörige der Sturmabteilung (SA) und der Schutzstaffel (SS) hinderten Menschen unter Drohung von Gewalt am Betreten jüdischer Geschäfte.
Ebenso erging es Max Mayer, dem Vater von Lotte Mayer. Vor seiner Lederhandlung stand ein Posten. Er hatte zwar weiterhin Kunden, die aus Mitleid und Betroffenheit zu ihm kamen, jedoch schloss er sein Geschäft nach Warnungen zweier SA-Offiziere, um seine Kunden und Angestellten nicht zu gefährden.
In der NS-Tageszeitung „Der Alemanne“ wurden alle Geschäfte aufgelistet, die boykottiert wurden. Zudem wurden in dieser Zeitschrift alle in der Öffentlichkeit bekannten Juden schlecht gemacht.
1935 verkaufte Max Mayer seine Lederhandlung an seinen Angestellten Eugen Rees. 1937 und 1938 wurde die vollständige Ausschaltung der Juden aus der deutschen Wirtschaft angekündigt.
Aufgabe: Arbeite heraus, welche Ziele mit dem Brief verfolgt wurden.
"Brief der Reichsbauernschaft an das Liegenschaftsamt. (01.09.1939)
Betreff: Jüdischer Grundbesitz.
Um den noch in jüdischen Händen befindlichen Grundbesitz in das Eigentum von arischen Volksgenossen zu überfahren, bitte ich um Mitteilung, welche Grundstücke noch im Gebiete der Stadt Freiburg im jüdischen Besitz sind." (https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/epochen/zeitgeschichte/ns/freiburg/ab0.pdf (07.06.2020))
Quellen:
Das Schicksal der Freiburger Juden 1933 bis 1945 https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/epochen/zeitgeschichte/ns/freiburg/ab0.pdf (07.06.2020)
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/geschaeftsboykott-1933.html
HAUMANN, Heiko, et al., Hakenkreuz über dem Rathaus. Von der Auflösung der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1930–1945), in: HAUMANN, Heiko, SCHADEK, Hans (Hg.), Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau, (Von der badischen Herrschaft bis zur Gegenwart 3), Stuttgart 2001, S. 325–339.
| Ort | Freiburg im Breisgau |
| Autor | Digitalisierung... |
| Kategorien | Erinnern |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
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