Lehnhaus Berntges
Lehnhaus Berntges, „Gästehaus Korf“
Der Blick vom Unteren Markt in die Vogtsgasse zeigt im Hintergrund rechts das Haus Vogtsgasse 2. Das 1920 noch verputzte Fachwerkhaus stammt in seiner Grundstruktur von ca. 1550, worauf das auf Steinen gefundene Hauszeichen der Familie Salzfass hindeutet (es ist in die Hauswand eingelassen). Kurz nach 1700 hat der Handelsmann Johann Theodor Berntges das Haus als Wirtschaftsgebäude neu errichtet. Er war der Urenkel des Peter Berntges, dem Erbauer der „Sternenburg“ 1591. Mit dem Sohn Heinrich Theodor Berntges, der Isabella Pfefferkorn heiratete, begann die Verknüpfung der bedeutenden Unkeler Familien Berntges und Eschenbrender. Die Tochter Maria Catharina Berntges heiratete den Kaufmann Franz Vogts, nach dem die Gasse benannt ist. Dieser löste die Stadt Unkel aus der katastrophalen Schuldenklemme nach der mehrfach wechselnden Ausplünderung durch französische und habsburgische Besatzungsmächte nach 1792 aus. Franz Vogts baute das Lehnhaus um 1800 weitgehend um, versah es mit einem massiven Sockel-Geschoss und erweiterte es durch einen großen Anbau. Das schöne Sichtfachwerk zeigt traufseitig eine Vorkragung des Obergeschosses. Vogts betrieb hier eine Tabakfabrik, Brennerei und einen Kolonialwarengroßhandel. 1844 ersteigerte der Aachener Fabrikant Victor Haan das Anwesen und zahlreiche Weinparzellen. Nach dem 1. Weltkrieg kaufte der Staatsanwalt Max Hattingen das Grundstück und ließ das Haus zu Wohnzwecken für mehrere Familien umbauen, unter anderem für Gustav Grosjean, der hier auch seine Schusterwerkstatt hatte. 1967 erwarben Karl und Christel Korf das Haus und nahmen einen gründlichen Umbau zu dem heutigen „Gästehaus Korf“ vor.
| Ort | Unkel |
| Autor | Unkel |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Lizenz | Alle Rechte vorbehalten |
| Bildquelle | Geschichtsverein, Bild PB001 |
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