Lessingschule um 1930
Bevor die Nazionalsozialisten an die Macht kamen, war die Lessingschule eine gewöhnliche Knabenschule. Vom 21. Oktober 1936 bis zum 10. November 1938 wurden zwei Klassenzimmer als Zwangsschule für jüdische Mädchen und Jungen genutzt. Alle jüdischen Kinder aus der Ortenau, dem Schwarzwald, dem Kaiserstuhl und dem Grenzgebiet zur Schweiz mussten den weiten Weg nach Freiburg auf sich nehmen, um diese Schule zu besuchen. Die dafür eingestellten Lehrer versuchten so viele Schüler wie möglich zu retten und brachten ihnen Englisch und andere nützliche Fähigkeiten bei, um vielleicht auch eine Flucht in andere Länder möglich zu machen. Viele Schüler, aber auch die Lehrer wurden, wie fast alle Freiburger Juden zuerst nach Gurs und die Überlebenden dann in die später errichteten Vernichtungslager im Osten deportiert.
Um an die Vergangenheit der Lessing-Realschule zu erinnern wurde 2001 eine Geschichtswerkstatt von der Geschichtslehrerin Rosita Dienst-Demuth eingerichtet, die die Familienschicksale der einst vergessenen jüdischen Schüler recherchiert. Seither wurden viele der ehemaligen Schüler weltweit ausfindig gemacht und über 60 Namen gefunden, 30 kontaktiert. Manche dieser Schüler besuchten sogar ihre damalige Schule, um von ihren Erlebnissen zu erzählen. Es sind seit 2004 auch Gedenktafeln am Schulgebäude angebracht, 2016 wurde ein Baum für Stille Helden auf dem Schulhof gepflanzt. Die Feierlichkeiten dazu fanden in der Aula der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule statt.
| Ort | Freiburg im Breisgau |
| Autor | GLGSFR |
| Kategorien | Stadtbild Erinnern Schule/Bildung |
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