Mario Palanti 2013
4. Stadtutopien
Wie sich Rom unter dem Faschismus nach 1943 weiterentwickelt hätte, lassen einige städtebauliche Planungen erkennen, die nicht mehr realisiert worden sind. Diesen Entwürfen ist ihre Tendenz in Kolossale sowie ihr enger Bezug zur ‚Romanitá‘ gemeinsam.[1]
Solche gigantischen Bauprojekte wurden schon zu Beginn der politischen Bewegung an Mussolini herangetragen und zeigen, dass der architektonische Größenwahn von Anfang an zum Faschismus dazu gehörte.[2]
Ein charakteristisches Beispiel dafür war die L’Eternale Mole Littoria, die 1926 von Mario Palanti entworfen wurde. Das Riesenbauwerk sollte Sitz der Parteiführung der PNF (‚Partito Nazionale Fascista‘) werden. Zudem sollte es Zentrum vieler wirtschaftlicher und kultureller Vereinigungen werden, als Ausstellungshalle, Kongresszentrum und Sportpalast dienen.[3] Außerdem sollte es mehrere Bibliotheken und Museen beherbergen und an der Spitze sollte sich ein Leuchtturm befinden als Symbol des Ewigen Lichts das Rom erleuchtet (=Symbol zur Erinnerung an die ständige Gegenwart Gottes).
Der geschichtspolitische Rückgriff des Faschismus auf die vorgebliche Kontinuität der ‚Romanitá‘ von der römischen Antike zum Faschismus führte in der dritten Stufe also zu architektonischen Großprojekten, deren Realisierung von vornherein als utopisch anzusehen war. Es ging darum die Antike aufzugreifen und zu übertrumpfen – dabei setzten die Architekten vor allem auf die Größe ihrer Bauwerke.
[1] Vgl. Wolfgang Schieder: Der Umbau Roms zur Metropole des Faschismus, S. 81.
[2] Vgl. ebd.
[3] Vgl. ebd.
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
| Kategorien | Erinnern |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | File:Mario Palanti - L'eternale mole littoria 1926 - dedica 1923.jpg |
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