Mühlen an der Donau um 1630
Müh(l)en an der Donau
Wie ihr gerade erfahren habt, wurde die Donau seit je her als Medium zur Fortbewegung genutzt. Doch früher mehr als heute, hatte sie noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten. Neben dem Wasser des Flusses und den Fischen, die darin schwammen, machten sich die Bürger Regensburgs auch seine Kraft zu nutze. Mithilfe der Fließgeschwindigkeit der Donau wurden ab dem frühen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert Mühlen betrieben.
Von der ersten urkundlichen Erwähnung einer Mühle in Regensburg 1180 vergrößerte sich der Bestand binnen 200 Jahren auf circa 20. Auch wenn der Bauamtschronik nicht der genaue Standort jeder Mühle zu entnehmen ist, so kann man doch sagen, dass sie vor Allem das Stadtbild auf dem Oberen und Unteren Wörth prägten. Da Mühlen aber idealerweise dort stehen werden, wo möglichst hohe Fließgeschwindigkeiten herrschen, wurden auch entlang der Steinernen Brücke selbst Schiffsmühlen betrieben. Diese wurden im Laufe des 15. Jahrhunderts aber fest an den vier südlichen Beschlächten der Brücke angebracht. Die Regensburger nutzten die Wasserkraft allerdings nicht nur zum Mehlmahlen. Neben den Getreidemühlen der Müller, wurden Mühlen zur Erleichterung der Arbeiten der unterschiedlichsten Berufsgruppen gebaut. Beispielsweise die Tuchmacher mit ihren Walkmühlen, für Schmiede zum Schleifen sowie Polieren ihrer Messer und Schwerter oder für die Gerber, welche mit ihren Lohmühlen Rinde und Äste von Nadelbäumen zerkleinerten. Es gab aber auch Sägemühlen sowie jeweils eine Pulver-, Papier-, Ölstampf- und Gewürzmühle.
Aus der Vielzahl dieser Grundtypen kann man schließen, dass durch die Mühlen auch viel Geld verdient werden konnte. Allerdings musste die Reichsstadt, welche den Großteil der Mühlen innehatte, auch viele Gulden in die Erhaltung, Erweiterung sowie den Wiederaufbau stecken. Denn Mühlen waren sehr anfällig für Zerstörungen durch Eisstoß, Hochwasser, kriegerische Handlungen, Brände und Explosionen. Zwar wurden sie häufig noch im selben Jahr wiederaufgebaut, doch im Laufe der Jahre sind dennoch fast alle Mühlen aus dem Stadtbild Regensburgs verschwunden. Genauer gesagt erinnert heute nur noch ein Überbleibsel offensichtlich an ihre Existent und das befindet sich auf dem unteren Wörth. Vom jetzigen Standpunkt aus ist es schwer zu erkennen, aber werft doch später beim Bruckmandel ein Blick flussabwärts – möglicherweise entdeckt ihr ja Regensburgs vielleicht letzte Mühle.
Unser nächster Stopp ist nur wenige Meter von hier entfernt. Wir müssen nur dem Geruch nach frisch gegrillten Bratwürsten folgen.
Jetzt bist du dran! (Didaktische Fragen GS):
Zunächst müsste der Text auf Grundschul-Niveau gebracht werden!
Der Punkt könnte als Entdeckerort behandelt werden, d.h. mit den Schülerinnen und Schülern (SuS) über die Steinerne Brück laufen und sie bitten, nach etwas Ausschau zu halten, das wie eine Mühle aussieht. Auf Höhe des Bruckmandels, wo das alte Mühlenrad am besten zu sehen ist, könnte man dieses und seine Funktion erklären (Vielleicht auch mit einem kleinem Modell) und den Kindern dann ein kleines Forscherheft aus- und sie in Kleingruppen einteilen. Im Heft sollten die SuS zunächst Vermutungen anstellen:
- Welche Arten von Mühlen gibt es/kennt ihr?
- Wie glaubt ihr funktioniert eine Mühle? Zeichnet eine Skizze.
- Kreuzt an, wo Mühlen eurer Meinung nach am besten Funktionieren:
- an einem großen See mit viel Wasser
- an einem Fluss mit hoher Fließgeschwindigkeit
- an einem kleinen Bach mit vielen Fischen
- Schaut euch den Fluss unter euch genau an, wo glaubt ihr sollte eine Mühle am besten stehen, damit sich ihr Schaufelrad schnell drehen kann?
- Wie heißt der Fluss unter euch?
- Warum gibt es heute keine Mühlen mehr in Regensburg? Stellt eine Vermutung an und tauscht euch mit einem Partener aus.
- Wie nutzen die Menschen heutzutage die Kraft des Wassers und seine Fließgeschwindigkeit. Stellt eine Vermutung an und diskutiert in der Gruppe.
Im Anschluss an ihre Vermutungen, würde ich mit den SuS zum spezifischen Punkt der Tour gehen, wo sie zunächst den Text zu den Mühlen durchlesen dürfen. Daraufhin sollen sie ihre Antworten noch einmal überarbeiten. Schnelle können noch eine eigene Mühle malen.
In der Folgestunde sollten man die Ergebnisse des Entdeckerorts nochmals besprechen und besonders auf die Frage, warum Mühlen heute eine Seltenheit geworden sind eingehen. Außerdem könnte man als Transferaufgabe darauf eingehen, wie sich die Menschen heute noch die Wasserkraft zu Nutze machen und so auf Stromerzeugung, deren Probleme etc. eingehen. Da auch schon im Lehrplan der Grundschule das Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung thematisiert wird, wären die Mühlen eine schöne Überleitung zu diesem Thema.
Didaktische Überlegungen – was können die SuS an diesem Ort lernen
Das forschende Lernen an Sich ist eine besonders nachhaltige Art des Lernens. Indem die Kinder die alte Mühle entdecken und die Strömung des Wassers mit eigenen Augen sehen können, bleibt dieses Wissen viel intensiver in ihrem Gedächtnis.
Die gestellten Aufgaben sind nicht nur abwechslungsreich (ankreuzen, zeichnen, etc.), sondern aktivieren ihr Vorwissen zum Thema und binden auch ihre Lebenswelt sowie den Aktualitätsfaktor mit ein. Darüber hinaus können die SuS ihre eigenen Antworten überarbeiten. Das Thema lässt sich zudem sehr gut im Lehrplan verankern. Beispielsweise in HSU 3/4 in die Lernbereiche Wasser, Räume nutzen und schützen oder technische und kulturelle Entwicklung. Hierbei spielt aber auch die Nachbereitung der Unterrichtsgangs eine sehr wichtige Rolle. Auch ganz grundlegende Kompetenzen, wie das Kommuniezieren werden beachtet.
Literatur:
Dr. Germann-Bauer, Peter: Die Regensburger Mühlen in den Aufzeichnungen und Plänen der Städtischen Bauamtschronik, in Paulus, Helmut-Eberhard (Hrsg.): Wasser. Lebensquelle und Bedeutungsträger. Wasserversorgung on Vergangenheit und Gegenwart, Regensburg 1999, S. 84 ff.
Obermeier, Christoph: Die erste Regensburger Baumamtschronik, Regensburg 1987, S. 277 ff.
Hanna Christl
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Brücke/Fluss |
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| Lizenz | Creative Commons BY |
| Bildquelle | Bayerische Staatsbibliothek München, Federzeichnung Abriß der Stadt Regensburg östlich und westlich der Steinernen Brücke - BSB Cod.icon. 198 |
| Urheber | Hans Georg Bahre |
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| Bildquelle Vergleichsbild | Steinerne Brücke heute |
| Zugeordnete Touren | Regensburg und die Donau |