Navis Lusoria um 2018
Die Navis Lusoria - SIcherheit auf der Donau
Der Cäsar erhielt von diesen Verhältnissen zuverlässig Kunde. Darum ließ er [...] acht-hundert Soldaten auf mittelgroßen, schnellfahrenden Booten einschiffen; sie sollten den Fluss hinauffahren, an Land gehen und alles, was sie finden konnten, mit Feuer und Schwert verwüsten. (Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte17, 1, 4)
Die Navis Lusoriae (lat.: „spielerisches/tänzerisches Schiff“) waren nicht ohne Grund gefürchtet bei den Germanen!
Es handelt sich um einen römischen Kriegsschifftyp der Spätantike ( Mitte des 4.Jhd.). Auf diesen Schiffen, von denen ca. 1000 Stück auf der Donau patrouillierten und die "Grenze" gegen die Germanen verteidigten, waren jeweils 35 gut ausgebildete Soldaten stationiert. 30 von ihnen ruderten und fünf Soldaten waren für den Beschuss feindlicher Angreifer zuständig. Kam es zum Kampf, waren aber alle Soldaten sofort einsatzbereit. Durch die neue und leichtere Bauart mit nur einer Reihe Ruderer, waren die Schiffe wendiger und konnten schnell Fahrt aufnehmen. Sie waren stabil genug, um feindliche Boote zu rammen und zum Kentern zu bringen. Durch die hervorragende Wasserlage war es für die trainierten Soldaten kein Problem, wenn nötig über 12 Stunden ununterbrochen zu fahren. Die Navis Lusoiae waren aber keine reinen Ruderschiffe. Mit Mast und dem 25qm Segel konnten die Schiffe über 12km/h schnell werden und so weite Strecken an einem Tag zurücklegen.
Diese Schiffe trugen maßgeblich dazu bei, dass Lager wie Regensburg gut mit Nachschub versorgt werden konnten und kaum über den Seeweg angegriffen werden konnten.
Vieles von dem heutigen Wissen verdankt man der Forschung des Lehrstuhls für alte Geschichte an der Uni Regensburg. Dr. Heinrich Konen hat in mehrjähriger Arbeit ein Navis Lusoria nachgebaut und unternimmt jedes Jahr Testfahrten, um das Potenzial der römischen Kriegsschiffe noch näher zu bestimmen.
In den Sommermonaten liegt der Nachbau der Navis Lusoria (im Bild zu sehen) am Ufer der Naab bei Mariaort und kann dort besichtigt werden und auch für Gruppenausfahrten gebucht werden.
Jetzt bist du dran!
Was machte die Navis Lusoriae so effizient?
Warum schickte der römische Kaiser so viele davon auf die Donau?
Wie stellst du dir das Leben eines Soldaten auf so einem Boot vor?
Literaturhinweise:
H. Konen/Chr. Schäfer (Hrsg.): Navis Lusoria. Ein Römerschiff in Regensburg, St. Katharinen 2004.
H. Konen/ Chr. Schäfer: Das Lusoria-Projekt. Neue Erkenntnisse durch den Nachbau eines spätantiken Flusskriegsschiffs, Blick in die Wissenschaft 17, 2005, 42-45.
H. Konen: Spätantike Schiffsverbände auf dem Ober- und Niederrhein, in: P. Haupt / Patrick Jung (Hg.): Alzey und Umgebung in römischer Zeit. Archäologische und historische Beiträge, Alzey 2006, 127-136.
erstellt von: Bernd Iwanow
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Erinnern |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Navis Lusoria |
| Urheber | Dr. Heinroch Konen |
| Zugeordnete Touren | Funktionsweisen antiker Städte: Regensburg |