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1930 2018
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Nussmannstraße um 1930

Das Schicksal der Familie Reichmann

In diesem Haus wohnte Familie Reichmann. Ignaz (geboren 1882 in Österreich) und Marie Reichmann hatten gemeinsam vier Töchter: Gertrude, Saly Erna, Gella Mina und Hanna. Der Familienvater betrieb in der Nußmannstr. 3 ein Geschäft, das auf Herrenkonfektionen und Schuhwaren spezialisiert war und auf der Postkarte zu sehen ist. Die nationalsozialistische Herrschaft veränderte das Leben der Reichmanns stark: Ignaz Reichmann musste sein Geschäft aufgeben, die jüngste Tochter Hanna, geboren im November 1924, musste ab 1936 die jüdische Zwangsschule, die in der Lessing Schule (Freiburg) eingerichtet worden war, besuchen. Diese Schule war für jüdische Kinder im Umkreis bis Offenburg die einzige Möglichkeit, weiterhin eine Schule zu besuchen, da ihnen unter den Nationalsozialisten der Besuch einer regulären Schule verboten war. In der Folge der Reichspogromnacht wurde Ignaz zuerst verhaftet und danach nach Dachau deportiert. Nach seiner Rückkehr floh er mit seiner Frau und der jüngsten Tochter Hanna nach Belgien. Am 10. November 1942 wurden die drei ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort wurden Ignaz und Marie wohl kurz nach der Ankunft ermordet. Die Umstände von Hannas Tod in Auschwitz lassen sich nicht mehr genau ermitteln. Ihr Todesdatum wurde – so kann man es in den Restitutionsakten im Staatsarchiv Freiburg nachlesen –  auf den 8. Mai 1945 festgesetzt.

Ort Freiburg im Breisgau
Autor Lessing
Kategorien
Stadtbild
Straße/Verkehr
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Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Stadtarchiv Freiburg M70 S_201-27 ohne Nr._Nussmannstraße
Urheber
Urheber Vergleichsbild
Lessing
Lizenz Vergleichsbild Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle Vergleichsbild Nussmannstraße
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