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1876 1913
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Obertor | 1876

Das abgerissene Obertor auf einem Foto

Das Obertor wird erstmals 1447/48 in Verbindung mit dem Bau eines Bollwerkes erwähnt. darunter ist eine zwingerartige Torbefestigung zu verstehn ("Barbakane"), wie sie am Eckstädter Tor noch erhalten ist.

Der annähernd quadratische schlanke Turm ähnelt dem vorhandenen Eckstädter Turm und könnte noch aus dem späten 14. Jahrhundert stammen. 1521 wurde seine wohl steinerne Spitze repariert, und 1659 erhielt er eine neue hölzerne Haube. Eine weitere Reparatur des Turmes erfolgte 1709/10. Schon für 1548 nachweisbar befand sich in ihm die Amtsfeste, das Gefängnis. Auf der Rückseite rechts war ein Torwärterhäuschen angebaut.

Aus verkehrstechnischen Gründen wurden Tor und Turm 1876 abgebrochen. Kurz zuvor war folgende Beschreibung entstanden: " Der Turm hatte einen dunklen kellerartigen Parterreraum, und darüber drei oder vier Stockwerke, jedes derselben bestand aus Treppe, kleinen Vorsaal und Zelle. Jede Zelle war mit starken Eisenbändern beschlagen und durch Schloß und Riegel verwahrt. In der Tür war eine kleine Öffnung aufzuziehen, durch welche ein Eßnapf hindurchzureichen... leere Zelle betreten... . Vier kahle Wände, ein schmales vergittertes Fenster, ein kleiner gemauerter Ofen, eine harte Pritsche, ein Schemel, ein an der Wand befestigter Tisch und ein Wasserkrug. Das Schlimmste war für mich aber der untere dunkle Raum, in welchem sich noch Marterinstrumente befanden, die früher angewandt worden waren, um von Verbrechern ein Geständnis  zu erlagen. An der Wand hing ein großes Rad, an einer anderen eine große Leiter.... Das steineren Türgewände zeigte eine 10 cm hohe zierliche Wendeltreppe, die mit großer Geschicklichkeit und Ausdauer von einem Häftling hergestellt worden war... das kleine Kunstwerk (soll dieser mit)...Fingernägeln , kleinen Steinchen und einem eisernen Nagel(hergestellt haben)....". Vor dem Abriss erfolgte erstmalig eine Dokumentation in Schrift und Bild, die Aufzeichnungen befinden sich in Merseburg im Archiv. (Quelle: Schriftenreihe Novum Castrum " Das alte Freyburg")

Ort Freyburg (Unstrut)
Autor Hotel Unstruttal
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Denkmal
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