Papstkapelle 1589
Scala Santa
Die Scala Santa („heilige Treppe“) führt zur Privatkapelle des Papstes namens Santa Sanctorum hinauf.
In der Antike und im Mittelalter war die Treppe ein Teil des alten Laterankomplexes und im Ursprung die Zugangstreppe zum alten Lateranpalast. 1589 ließ Papst Sixtus V. für die Treppe einen Überbau anfertigen und verschob die Treppe auf ihren heutigen Platz. Die dazugehörigen Räumlichkeiten wurden seit ihrer Errichtung im späten 16 Jahrhundert kaum restauriert.
Der Legende nach stammt diese „heilige Treppe“ aus dem Palast von Pontius Pilatus in Jerusalem. Auf dem Weg zu seinem Prozess soll Jesus Christus diese Treppenstufen betreten haben. Nach der Überlieferung wurde die Treppe im Auftrag von der heiligen Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin, 326 n. Chr. von Jerusalem nach Rom transportiert.
Die Marmorstufen sind seit 1723 durch eine Holzverkleidung verdeckt. Nach einer weiteren Legende sollen auf der zweiten, der elften und der achtundzwanzigsten Treppenstufe noch heute Blutspuren Christi zu sehen sein. Das Historiengemälde des 19. Jahrhunderts verbildlicht die Leiden Jesu auf der Treppe. Die Kirche gewährt jedem Pilgere einmal im Jahr, der die Treppenstufen kniend besteigt, einen Generalablass. Ein täglicher Teilablass der Sünden ist ebenfalls möglich.
Sancta Sanctorum
Die Kapelle Sancta Sanctorum ist die Hauskapelle des Papstes und zugleich eines der ältesten Überreste des spätantikenmittelalterlichen Papstpalastes. Ihre erste sichere Erwähnung geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Ihren heutigen Namen „Sancta Sanctorum“ („die Allerheiligste“) trägt die Papstkapelle seit dem 12. Jahrhundert, davor war die Kapelle unter dem Namen „Capella/Basilika Sancti Laurenti„ bekannt.
Die Bedeutung der Hauskapelle des Papstes v.a. für Pilger wird durch die Inschrift über dem Altar deutlich „NON EST IN TOTO SANCTIOR ORBE LOCUS“ („Es gibt keinen heiligeren Ort auf der ganzen Welt“). In der Kapelle wurden einst wichtige Reliquien wie die Häupter der Apostel Paulus und Petrus aufbewahrt. Diese wurden jedoch von Papst Urban V. in die Lateranbasilika überführt. Zudem wurden dort neben den Köpfen der Apostel wichtige Reliquien von Christus, Johannes dem Evangelisten und Johannes dem Täufer aufbewahrt. Die Reliquien wurden in einer Zypressenholzlade unter dem Altar und hinter zwei massiven Bronzetüren untergebracht.
Die Kapelle beinhaltet außerdem ein lebensgroßes Bild des thronenden Christus. Die Entstehung des Bildes geht auf das 5. Jahrhundert zurück. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch bis heute nicht bekannt. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde das Bild zum größten Teil von verschiedenen Päpsten mit Tüchern oder einer Silberplatte bedeckt und geheim gehalten. Seitdem das Bild aufgetaucht ist, galt es als nicht von Menschenhand gefertigt. Der Legende nach hatte der Evangelist Lukas das Bild begonnen, sah sich jedoch nicht im Stande dieses zu beenden. Einer Legende zufolge wurde das Bild von Engeln vollendet.
Die Kapelle Sancta Sanctorum, die „heilige Treppe“ Scala Sancta und das Triclinium als ehemaliger Speisesaal sind heutzutage die einzigen Überreste des alten antiken - mittelalterlichen Lateranpalastes, die den Brand von 1308 und die den Neubau der Residenz unter Papst Sixtus V. überdauert haben. Waren diese Bauwerke während des Mittelalters noch an den alten Lateranpalast angebunden, wurden diese mittels architektonischer Veränderungen unter Papst Sixtus V. zum Ende des 16. Jahrhunderts an den heutigen Standpunkt versetzt.
Während des Pontifikats von Sixtus V. (1585-1590) wurde der Laterankomplex großflächig umgebaut und renoviert. Darunter fallen der Abbruch der Überreste des alten Lateranpalastes und den Neubau eines an die Basilika angegliederten Palastes. Hinzu kommt der Zusammenschluss der „Heiligen Treppe“ mit der Papstkapelle Sancta Sanctorum, sowie die Umgestaltung des Platzes u.a. durch die Aufstellung des Obelisken.
Diskussionsfrage:
Was sagt es aus, dass die Heilige Treppe ursprünglich der Hauptzugang zum Papstpalast war?
Weiterführende Literatur:
Wehrens, Hans Georg: Rom: Die christlichen Sakralbauten vom 4. bis zum 9. Jahrhundert. Ein Vademecum, in: Verlag Herder GmbH , Freiburg 2016, S. 41 – 50
Herklotz, Ingo: Der Campus Lateranensis im Mittelalter, in: Römisches Jahrbuch für Kunstgeschichte 22 (1985), S. 3-43
Nadja Horsch: Ad astra gradus. Scala Santa und Sancta Sanctorum in Rom unter Sixtus V. (1585–1590). Römische Studien der Bibliotheca Hertziana, Bd. 35, Hirmer, München 2014
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
| Kategorien | Kirche/Kloster |
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| Lizenz | Creative Commons BY-SA |
| Bildquelle | Scala - Santa - Rome |
| Urheber | Paul Hermans |
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| Lizenz Vergleichsbild | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle Vergleichsbild | "The Holy Stair" |
| Zugeordnete Touren | Konstantin und der Lateran |