Praxis Dr. Zorbach
Die Postkarte von etwa 1910 zeigt die „Eisenbahnstraße mit Bahnhof“. Das Gebäude rechts an der Ecke zur heutigen Baumannstraße wurde 1893 bis 1895 als Hotel erbaut. Seit den 1920er Jahren wird das Haus als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.
Im Stockwerk mit dem Erker befand sich die Praxis von Dr. med. Heinrich Zorbach. Er behandelte ukrainische Zwangsarbeiterinnen. Der Arzt berichtete im Herbst 1943 der benachbarten Firma E. Reiner über Misshandlungen durch den Lageraufseher Adolf Heim.
Die Firma meldete drei schwere Verletzungen: eine Zwangsarbeiterin mit Schädelbruch, eine weitere „mit starkem Riss im Trommelfell und starker Blutung aus dem Ohr“ sowie ein Opfer, das „infolge starker Schläge mittels eines Gummiknüppels 3 Striemen hatte, die 2 cm hoch angeschwollen waren.“
Eines der Opfer bestätigte die Gewaltausbrüche des Aufsehers: „Er nahm ein zwei Meter langes Gummistück und kam in den Raum. Ohne ein Wort zu sagen, stürzte er auf mich zu und schlug mit aller Kraft auf mich ein. Er schlug mich, bis ich keinen Ton mehr von mir gab und schwarz wie der Boden und mit heißem Blut übergossen war. Einen Monat lang konnte ich mich weder hinlegen noch hinsetzen."
Die Firma E. Reiner forderte die Lagerverwaltung auf, dem Aufseher diese Grausamkeiten zu untersagen, um die Arbeitsfähigkeit der Ukrainerinnen nicht zu gefährden. Nach Kriegsende wurde der Aufseher zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt, bevor man ihn als „minderschwer belastet“ entließ.
| Ort | Furtwangen im Schwarzwald |
| Autor | Uhrenmuseum Fur... |
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| Bildquelle | Deutsches Uhrenmuseum, 100740 |
| Urheber | Unbekannt |
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| Zugeordnete Touren | Zwangsarbeit in Furtwangen |