Relief La storia di Roma 2018
Relief - La storia di Roma attraverso le opere edilizie
Mussolini verstand die Geschichte Roms und Italiens, der Stadt Rom und auch des faschistischen Imperiums seiner Zeit als eine politisch universale Mission. Die eigene Zeit und der propagierte Erfolg des faschistischen Imperiums deutete er dabei als logische Konsequenz aus der glorreichen Geschichte des Imperium Romanum. Diese Erfolgsgeschichte begann zwar in der Antike, fand aber – so die faschistische Propaganda – erst unter Mussolini ihren Schlusspunkt.
Besonders klar wird diese Mussolini-Deutung vor dem Eingang des Palazzo degli Uffici direkt neben der Genius-Statue (genio dello sport / genio del fascismo), wo ein Flachrelief mit dem Namen „La storia di Roma attraverso le opere edilizie“ angebracht wurde. In dem Relief wurde das Narrativ der Trajans-Säule nachempfunden und die Geschichte Roms von den ersten Ursprüngen bis in die Zeit des Faschismus hinein erzählt.
Links oben beginnt das Relief mit der Legende um die Zwillinge Romulus und Remus und die Lupa Romana (also der Gründungsgeschichte Roms), gefolgt von einer Darstellung des Jupiter Capitolinus (als Zeichen göttlicher Vorsehung – providentia – der Stadtgründung [vgl. zum Kapitol und dem Tempel folgende Tour https://www.future-history.eu/de/user/3971/flag/lists/136]).
Daran schließt die Erzählung um den Krieg mit den Tarquiniern an, auf welchen dann Darstellungen der Römischen Republik folgen, welche durch eine Figur in einer Toga diese symbolisiert wird. Es folgen als Zeichen römisch-antiker Amtsgewalt Visualisierungen der Liktoren, welche natürlich als gelichzeitiges Symbol des Faschismus nicht fehlen dürfen.
Im Anschluss sieht man Julius Cäsar zu Pferd, als Zeichen des Eroberers. Auf Cäsar folgen dann Darstellungen des Prinzipats (also der Kaiserzeit), welche durch das Kolosseum und den Titus-Bogen (mit den Beute-Schätzen aus Jerusalem) symbolisiert und somit die kaiserzeitliche Größe veranschaulicht wird. Es folgt eine Mark Aurel Statue und eine Darstellung von Konstantins dem großen bei seiner Christus-Vision [bei dieser Tour bekommt man mehr Informationen zu Konstantin: https://www.future-history.eu/de/user/3971/flag/lists/147].
An der Konstantin Darstellung schließen sich folgerichtig Visualisierungen des christlichen Roms an (man sieht den Klerus, die Kirche S. Maria, den Campidoglio und S. Pietro sowie Sextus V.), mit anschließenden Abbildungen des „dritten Roms“ um den Nationalstaats-Helden Garribaldi und dem Vittoriano – thematisiert wird also die Nationalstaatsgründung während dem Risorgimento.
Natürlich gipfelt das Relief bzw. der Erzählzyklus in einer Abbildung des „Duce“ Benito Mussolini zu Pferd (also wie Cäsar als Eroberer), begleitet von Soldaten. Gerade Mussolinis Eroberer-Darstellung spielt hier auf den Abessinien-Kriegs und die (Neu-)Ausrufung des Impero durch Mussolini im Jahre 1936 an.
Es fällt zudem auf, dass kein König bzw. kein monarchisches Element auf dem Relief abgebildet ist. Bewusst wurde die Monarchie in der Erzählung der glorreichen Geschichte Roms bzw. Italiens ausgeblendet!
Die EUR und das Relief im Speziellen werden so zum Kulminationspunkt der roma fascista (des faschistischen Imperiums). Die Repräsentation der Idee des faschistischen ewigen Roms und der großen italienischen Rasse wird historisch von den Anfängen Roms, über die Römische Republik, die Kaiserzeit, die Päpste und den Risorgimento bis hin zu Mussolini aufgezeigt. Der Faschismus und Mussolini stellen dabei das notwendige Schicksal und somit den Endpunkt dieser langen historischen Entwicklung dar.
Literaturhinweis: Gentile, Emilio: Fascismo di Pietra, Rom/ Bari 2003.
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
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