Rindermarkt 1 - 4 1875
Blick auf die Ostseite des Rindermarktes: anschließend an St. Peter die Häuser Nr. 1 - 4 (Nr. 1 ist das Pfarrhaus), rechts angeschnitten noch das Haus Nr. 5 „Gasthof Drei Rosen“, am linken Bildrand das Haus Rindermarkt 17.
St. Peter, der "Alte Peter", die älteste Pfarrkirche Münchens (nähere Informationen hier), wurde im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört, so dass man einen Wiederaufbau zuerst als unmöglich ansah und die Ruine schon sprengen wollte; durch die Initiative der beiden Stadtpfarrer von St. Peter, Max Stritter und Max Zistl, wurde dies jedoch verhindert und man begann schon 1946 den Wiederaufbau nicht nur des Äußeren, sondern in jahrzehntelanger Arbeit auch der Innenausstattung (unter der Leitung von Rudolf Esterer und Erwin Schleich). Im Jahre 2000 wurde der Wiederaufbau mit der Fertigstellung der Langhausfresken abgeschlossen, so dass sich die Kirche heute auch innen wieder in alter Pracht präsentiert. Diese Rekonstruktion des Inneren stellte einen wichtigen Startschuss für weitere originalgetreue Rekonstruktionen von Kircheninnenräumen in München dar und führte dazu, dass die meisten Altstadtkirchen Münchens mit der Zeit auch innen wieder vollständig hergestellt wurden - eine unglaubliche Leistung, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Das anschließende Pfarrhaus überstand den Krieg relativ unbeschadet und ist das einzige Haus, welches heute noch steht. Das Haus Nr. 3 ist das ehemalige Bombarda-Haus, welches lange im Besitz der Famiien Ligsalz und Schrenck war und 1689 vom kurfürstlichen Hofmusikus Johann Paul Bombarda gekauft wurde. Aus der Zeit seines Besitzes stammt die bekannte Darstellung des Rindermarktes von Johann Stridbeck d.J. 1725 wurde es von Kurfürst Max Emanuel gekauft, aufgrund großer Baufälligkeit grundlegend saniert und darin das kaiserliche Reichsoberpostamt eingerichtet. 1873 wurde es von der Firma Kustermann erworben und ein paar Jahre später durch einen Neo-Renaissancebau ersetzt (siehe hier und hier), so dass sich zusammen mit dem ebenfalls von der Firma Kustermann im Jahre 1876 gebauten Haus Viktualienmarkt Nr. 12 ein durchgehendes Kaufhaus ergab.
Mit Ausnahme des Pfarrhauses wurden alle anderen Häuser im Krieg zerstört und durch moderne Neubauten ersetzt.
Quellen:
Burgmaier, Andreas / Schneider, Gustav: Häuserbuch der Stadt München - Band 4: Angerviertel; München 1966
Höntze, Ernst: Der Wiederaufbau der Peterskirche. Aus dem Pfarrarchiv von St. Peter in München, Heft 7. München 1998
Hemmeter, Karlheinz: Bayerische Baudenkmäler im Zweiten Weltkrieg. München 1995
Schadenskarte der Münchner Innenstadt 1945 (Stadtbauamt), Franz Schiermeier Verlag
| Ort | München |
| Autor | leonardo |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Bildquelle | Stadtarchiv München – Bildersammlung Historischer Verein von Oberbayern |
| Urheber | Georg Böttger |
| Zugeordnete Touren | Rindermarkt |