comment Kommentieren
share Teilen
info Infos

Römerlager in Regensburg

zwei Lagerplätze

Die zwei Lager im Donauthal

Das erste uns bekannte Lager der Römer im heutigen Regensburger Stadtbereich ist das Kastell Regensburg-Kumpfmühl (sh. Abb. 1. Kastell). Durch eine leichte topografische Erhöhung konnte man von dort aus den gesamten Donaubogen gut überblicken und die Handels- und Verkehrswege beherrschen.[1]

Das genaue Gründungsjahr ist bis dato noch nicht gesichert. Es wird aber auf die Zeit  um 69-79 n.Chr. unter Kaiser Vespasian oder die Jahre  79-81 n.Chr. unter der Herrschaft des Titus gelegt.[2]

Zu diesem Zeitpunkt entstand an dem prominent gelegenen Platz ein etwa 2,8ha (145m x 154m)[3] großes Militärlager für  500 berittene Soldaten bzw. 1000 Fußsoldaten.[4] Weiter wurde hier auch „nicht-römische“ Soldaten aus den Reihen der Verbündeten Roms, sogenannte auxiliar untergebracht, die nach Ableisten ihres Wehrdienstes röm. Bürgerrechte erhalten konnten[5] in dem aus Holz und Erdreich erbauten Lager stationiert.[6]

Wie bei allen römischen Militärstützpunkte blieben die Soldaten auch hier nicht lange allein und es entstand rasch eine Siedlung für Handwerker und Händler, die Gebrauchsgegenstände für die Soldaten herstellten östlich des Lagers.[7] Nach Ableisten ihrer Dienstjahre verblieben auch viele Soldaten am Ort ihrer Dienstzeit und siedelten sich in Lagernähe an. So entstand ein wachsendes Dorf (vicus). [8] Von dem ersten Dorf aus wurde weiter nördlich am Donauufer gelegen eine zweite Zivilsiedlung gegründet, um den über die Donau florierenden Handel besser nutzen zu können. Aufgrund vereinzelter Funde vermutet man heute, dass dort auch ein zweites Kastell entstand.

Knapp 100 Jahre konnte sie Römer ohne größere Zwischenfälle in der Regensburger Donaubucht leben, bis etwa 170 n.Chr. die Markomannen, ein Volkstamm aus Böhmen, der den Germanen zugeordnet wird über die Donaugrenze kam und die röm. Siedlung und das Lager verwüsteten.

Nachdem die Germanen nach vielen Kriegen zurückgedrängt wurden und es 175 n.Chr. zum Friedenschluss kam, wollte das röm. Imperium sicherstellen, dass die Außengrenze zukünftig gesichert sei und ließ 179 n.Chr. das monumentale „Castra Regina“ errichten.[9] Hinter den Steinmauern, großen Toren und Türmen fanden etwa 6000 Soldaten der dritten italischen Legion Platz.[10] Auch hier entwickelte sich schnell eine Zivilsiedlung westlich angrenzend an des neue Lager.

Für etwa 60 Jahre herrschte wohl Frieden in dieser Region. Danach griffen immer wieder germanische Volksstämme an und dünnten die römischen Truppen aus und zerstörten sogar das gut befestigte Lager in Regensburg (ca. 250 n.Chr. und 270 n.Chr.)[11], wonach es zweimal wieder aufgebaut wurde.[12] Durch die ständigen Angriffe, schwand nicht nur die Siedlung, sondern verringerte sich auch stetig der Einfluss der Römer. Nach Auflösung der dritten italischen Legion wurde bis Mitte des 4. Jhds aus der Militärkaserne eine Zivilsiedlung, die nach dem Angriff der Juthungen verwüstet wurde[13] und dessen Leben anschließen beinahe völlig zum erliegen kam, bis es gegen Ende des 4. Jhds. von den Germanen übernommen wurde.

 

Jetzt bist du dran!

Wer erbaute die Siedlung neben den Lagern?

Warum entstanden sie?

Wie unterschied sich die Zeit 200 n.Chr. von 350 n.Chr. mit Blick auf das Donautal?

Warum zogen sich die Römer gegen Mitte des 4.Jhd zurück? (Denke dabei an das Römische Reich im Allgemeinen!)

 

Literaturhinweise:

[1] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.16.

[2] Freitag, Matthias: Kleine Regensburger Stadtgeschichte, Regensburg 2007, S.17.

[3] Ebd.

[4] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.17.

[5] Heidrich, Matthias: Der Westerwald - als wir Germanen waren, Norderstedt 2020, S.73.

[6] Freitag, Matthias: Kleine Regensburger Stadtgeschichte, Regensburg 2007, S.17.

[7] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.20.

[8] Freitag, Matthias: Kleine Regensburger Stadtgeschichte, Regensburg 2007, S.19.

[9] Ebd., S. 22.

[10] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.23 f.

[11] Freitag, Matthias: Kleine Regensburger Stadtgeschichte, Regensburg 2007, S.30.

[12] Ebd. S.32.

[13] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.42.

 

erstellt von: Bernd Iwanow

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
Kategorien
Stadtbild
Rekonstruktion
Suchbegriffe / Tags
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
Lagerplaätze Römerlage Regensburg
Urheber
Bernd Iwanow
Zugeordnete Touren Funktionsweisen antiker Städte: Regensburg

Satellitenansicht