Runtingerhaus 1399 1400
An den ursprünglichen Turm wurde im Laufe der Jahre ein hoher, schmaler Wohntrakt angegliedert. Es entstand eine eindrucksvolle Schaufassade und die bereits erwähnten Treppengiebel.
Im Jahre 1367 ging der Besitz schließlich an Wilhelm Runtinger über. Der Festsaal entstand und 1399, als schließlich das Nachbarhaus ebenfalls in den Besitz der Runtinger war, erfolgte eine große Erweiterung.
Aus Baubefund und Quellen kann auf die mutmaßliche Nutzung des Wohn- und Geschäftshauses geschlossen werden:
- Die Räume beim tonnengewölbten Eingang dienten geschäftlichen Zwecken sowie als Schlaflaube der Handelsdiener.
- Aus der Vorhalle führte die gewendelte Steintreppe ins Obergeschoss. Die übrigen Stockwerke waren durch hölzerne Stiegen verbunden.
- Sämtliche Eingänge waren von innen zu verriegeln.
- Beim vorderen Hof gehörten die Gewölbe, soweit sie sich nicht ins Freie öffneten, zum Bereich der Küche.
- Der kapellenähnliche, südlich an der Küche anstoßende Raum wurde vielleicht geschäftlich genutzt, da beim Handel mit Edelmetallen Schmelzarbeiten anfielen (auch waren die Runtinger zeitweise Inhaber des Münzamtes.)
- Berichtet wird, dass die Quartiere der weiblichen Bewohner abgeschirmt wurden, um sie von geheimen Verhandlungen und Besprechungen der Männer fern zu halten, wohl auch, um sie vor lärmender Betriebsamkeit zu schützen.
Didaktischer Kommentar:
Kannst du dir vorstellen, wie es zur damaligen Zeit war in diesem Haus zu leben? Was ist heute anders?
Antwort:
Wichtig ist hier wieder die Alteritätserfahrung der Kinder. Sie sollen verstehen, wie sich das Stadtbild im Laufe der Zeit verändert, wie das Haus erweitert wurde und warum.
Aus:
Boll, Walter: Das Runtingerhaus in Regensburg. In: VHVO 120, 1980, S. 25-57.
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Das Runtingerhaus 1399 |
| Urheber | Walter Boll |
| Zugeordnete Touren | Mittelalterliches Handelszentrum Regensburg |