Runtingerhaus Regensburg
Wohnen und Handeln im Mittelalter
Matthäus Runtinger handelte mit Stoffen, Gewürzen und Edelmetallen. Während der Kaufmann das erste Obergeschoss des Runtingerhauses als Geschäfts- und Festsaal nutzte, bewahrte er seine wertvollen Handelsgüter in den Giebelzonen des Hauses auf - also etwa in einer Art Dachboden - weil das restliche Grundstück nicht genügend Platz für weitere Lagerstätten oder Ställe bot. In der Mitte zwischen diesen beiden Bereichen, also im zweiten Obergeschoss, wohnte Matthäus mit seiner Familie. Vor allem sein Schlafgemach, welches er mit seiner Frau teilte, nahm sehr viel Platz ein. Doch auch weitere Familienmitglieder kamen hier in der sogenannten Kemenate unter: So nennt man einen mittelalterlichen Wohnraum, der meist mit einem Kamin ausgestattet ist. [1]
Das Runtingerhaus war also Wohnort, Lagerhalle und Geschäftsort zugleich. Verließ Matthäus sein Zuhause, um mit seinen Luxuswaren zu handeln, musste er sich in Acht nehmen: Da Gewürze wie Safran oder edle Stoffe wie Brokat und Seide sehr wertvoll waren und demnach viel Geld einbrachten, mussten Geschäftsleute ihre Einkünfte gut schützen.
Aufgaben für Schülerinnen und Schüler:
- Du hast bereits gelernt, dass die Handelswaren im Dachgeschoss des Hauses untergebracht waren. Überlege mit deinem Partner: Auf welchen Aspekt würdest du achten, wenn du all deine Produkte auf einem Dachboden im obersten Stockwerk des Hauses lagern müsstest?
- Es hieß, Geschäftsleute mussten ihre Einkünfte gut schützen. Stell dir vor, du bist ein Handelskaufmann im Mittelalter. Wo würdest du dein verdientes Geld vor Räubern verstecken, wenn du nach deinen Geschäften die Rückreise antrittst? Diskutiere mit einem Partner! In der Audiodatei berichtet dir Matthäus über sein Versteck. Du erfährst auch über einen weiteren Trick für den Handel im Mittelalter!
Anworten:
- Aufgrund des Platzmangels und der Lagerstätte in der Giebelzone waren große, sperrige und schwere Waren für den Handel der Runtingerfamilie ungeeignet. Dies erklärt möglicherweise auch den Fokus auf Gewürze und Stoffe, da diese leichter und handlicher sind und sich somit wohl auch einfacher zum Dachboden befördern ließen. Ebenso fehlte der Platz für Fahrzeuge oder Ställe. Diese wurden daher benachbart hinter der Stadtmauer untergebracht. [3]
- Siehe unten (Audiodatei)
Audiodatei in gedruckter Form für Lehrkräfte:
Allerdings ist es heute sehr gefährlich, mit Geld zu handeln, denn es gibt viele Diebe und Betrüger, die uns um unser sauer verdientes Geld bringen wollen! Um sicherzugehen, dass der Richtige das Geld in Empfang nimmt, zerbreche ich zuvor eine Münze. Eine Hälfte bekommt der Empfänger, der später das Geld entgegennehmen soll, die andere behalte ich. Vor der Geldübergabe wird dann geprüft, ob die Münzhälften zusammenpassen. Um doppelt sichergehen zu können, vereinbare ich immer noch ein Lösungswort. Damit man unterwegs seine Münzen nicht an Räuber oder Wegelagerer verliert, versteckt man sie am besten in Salzscheiben. Dann ist man eigentlich gut abgesichert. [2]
[1] Vgl. Boll, Walter: Das Runtingerhaus in Regensburg. In VHVO 120, 1980, S. 48.
[2] Wolter, Heike: In einer Stadt vor unserer Zeit: 10 Spaziergänge durch die Geschichte von Regensburg, 2013, S. 23.
[3] Vgl. Boll, Walter: Das Runtingerhaus in Regensburg. In VHVO 120, 1980, S. 48.
erstellt von: Lara Reiter
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Creative Commons BY |
| Bildquelle | Runtingerhaus Regensburg |
| Urheber | Michael Uschold |
| Zugeordnete Touren | Mittelalterliches Handelszentrum Regensburg |