ao-185-11400-1650055850.jpg New
Original Image Old
comment Kommentieren
share Teilen
info Infos

Schlossbergring

Von der Schlossbergstraße zum vierspurigen Ring

Der Bau des Schlossbergrings war einer der massivsten Eingriffe ins Stadtbild der Nachkriegszeit. Dass der „Ring“ einmal eine schmale, lebendige Gasse mit zahlreichen Läden, Werkstätten und großen Biergärten war, kann man sich heute nicht mehr so recht vorstellen. In den 1960er Jahren ließen die Straßenplaner für den Ausbau der Schlossberstraße zum vierspurigen Ring den Berghang auf einer Länge von 300 Metern abtragen, zahlreiche Häuser und eine historische Stützmauer niederlegen und zauberten aus dem idyllischen Winkel eine Straßenschlucht.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg begannen Freiburgs Stadtväter mit der Enge der nur fünfeinhalb Meter breiten Schlossbergstraße zu hadern. In den 1930er Jahren wurden Pläne gesponnen, die eine Aufweitung der Straße, einen Teilabbruch der Oberstadthäuser und eine Freistellung des Schwabentors vorsahen, aber wegen des Krieges wieder in die Schublade wanderten. Nach dem Krieg beschloss man die Anlage eines vierspurigen Straßenrings um die Altstadt, der den Stadtkern entlasten sollte. Begonnen wurde das Projekt 1960 mit dem Bau des Rotteckrings, vollendet wurde es 1970 mit dem technisch anspruchsvollsten Bauabschnitt des Schlossbergrings, der ursprünglich hätte zusammen mit dem Bau der Schlossberggarage erfolgen sollen.

Insgesamt wurden für den Bau des Schlossbergrings und der Schlossberggarage rund 25 Häuser abgebrochen – die meisten davon hatten das Bombardement von 1944 unbeschadet überstanden. Viele Stimmen bemühten sich damals, der brachialen Schneise etwas Positives abzugewinnen. So schwärmte der „Freiburger Almanach“ 1971 von den neuen Fußgängerstegen, die den Schlossbergring nun überspannten: „Die Stege haben ein neues Element in die Stadt um das Freiburger Münster gebracht, ein Element, das unverwechselbar freiburgerisch bleiben wird. Sie eröffnen Blicke in die Freiburger Altstadt, wie sie bisher noch nie zu erleben waren” und seien somit „eine neue Attraktion der Schwarzwaldhauptstadt”. Und eine Fachzeitschrift lobte, dass „für den Kraftfahrer die Zeiten qualvollen Enge nun gottlob vorbei“ seien.

(Joachim Scheck | www.vistatour.de |  Facebook  | 15.4.22)

Ort Freiburg im Breisgau
Autor joescheck
Kategorien
Stadtbild
Erinnern
Abriss
Suchbegriffe / Tags
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Freiburger Münsterbauverein
Urheber
Unbekannt
Urheber Vergleichsbild
Joachim Scheck
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle Vergleichsbild Archiv J. Scheck
Zugeordnete Touren Verschwundenes Freiburg

Satellitenansicht