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1756 2018
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Seefest Piazza Navona 1756

Malerei

Die Piazza Navona ist ein weiteres gutes Beispiel für die Verwendung antiker Bausubstanzen im Mittelalter. Noch heute kann man auf dem Platz die Grundrisse der ursprünglichen Nutzung erkennen: einem Stadion. Caesar baute hier ein provisorisches Stadion, welches Domitian 85 n. Chr. ausbaute. Es war 275x106m lang und war vor allem für Wettkämpfe, später auch für Rennen vorgesehen. Als das Amphitheater im Jahr 217 n. Chr. durch ein Feuer schwer beschädigt wurde, wurde das Stadion auch für die Gladiatorenkämpfe genutzt. Im Mittelalter nutzte man die Außenmauern des Gebäudes als Außenwände für neue Häuser. So sparte man Baumaterial. Ein besonderer Grund warum dieser Platz in seiner Form erhalten blieb ist das Martyrium der Heiligen Agnes. Denn diese soll in diesem Stadion umgekommen sein. Die Legende besagt, dass die damals 12-Jährige Agnes den Sohn des Präfekten heiraten sollte. Sie verweigerte dies, da sie ihr Leben Jesus widmen wollte. Sie wurde zum Tode verurteilt, doch das römische Recht verbietet die Tötung von Jungfrauen. So entschied man sich Agnes zu vergewaltigen, doch durch Wunder war dies nicht möglich. Als der Sohn des Präfekten von einem Dämon befallen wird und stirbt, erweckt Agnes ihn zum Leben. Doch nun ist sie für die Römer eine Hexe und sie soll verbrannt werden. Die Flammen weichen jedoch vor ihr zurück. Letztlich wird sie durch einen Soldaten enthauptet. Die Christen bauen an dieser Stelle eine Kirche, St. Agnese in Agone, um sie dieser Heiligen zu widmen. Daher blieb dieser Platz auch in seiner Form erhalten: durch die christliche Nutzung des Stadions blieb es bestehen und wurde nicht, wie viele andere Gebäude demontiert. Der Platzursprung als Ort des Wettkampfes (griechisch agon) findet sich auch in dem Kirchennamen wieder: St. Agnese in Agone.

An der Piazza Navona findet man auch drei Palazzi: den Palazzo Braschi, Palazzo Pamphigli und den Palazzo Lacelotti Torres. Bei dem Braschi Palast handelt es sich um einen früheren Palast der Adelsfamilie Orsini. Weiter findet man hier an diesem Platz eine Titularkirche, also eine Kirche eines Bischofs. Sie heißt Nuostra Signora del Sacre Cuore und wurde im 12. Jh. Gebaut.

1689 baute Bernini seinen berühmten Vierströmebrunnen: er repräsentiert die vier großen Flüsse Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata. Er arbeitete auch an den anderen Brunnen, die man auf diesem Platz bewundern kann, doch sind diese ursprünglich von Giacomo della Porta. Die heutige Form der Brunnen ist jedoch nicht die originale, da mit der Zeit immer wieder an ihnen gearbeitet wurde.

Der mit der Zeit entstandene Platz blieb lange eine Austragungsstätte für Reiterturniere, Messen, Märkte und Feste. 1477 ließ Papst Sixtus IV. den Markt auf die Piazza verlegen, 1495 wurde sie schließlich gepflastert. Im 17. Jh. Ließ man die bereits erwähnten Brunnen gerne Überlaufen, um etwas in dem Wasser zu spielen, wie auf dem Bild zu erkennen ist.

Erkundungs-/ Diskussionsfragen:  

Warum hat man sich dazu entschieden ausgerechnet diesen Platz zu behalten?

Was passiert mit antiken Gebäuden in der christlichen Welt?

Gibt es andere Beispiele für eine christliche Nutzung von Gebäuden oder Monumenten?

 

Ort Roma
Autor Romexkursion2018
Kategorien
Stadtbild
Erinnern
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Bildquelle
Wikimedia Commons
Urheber
Giovanni Paolo Pannini
Urheber Vergleichsbild
Romexkursion
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Bildquelle Vergleichsbild L. H.
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