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Spätantiker Großbau

Grundriss und 3D-Rekonstruktion des Baus am Alten Kornmarkt

(Für die 3D-Ansicht bitte auf das Video klicken!)

Beschreibung und Funktion des Gebäudes

Der in seiner Fläche von ca. 80 x 80 m heute nahezu vollständig als Parkplatz genutzte Alte Kornmarkt lässt die historische Bedeutung des Ortes kaum erahnen. In einer Tiefe von bis zu 5 m unter dem jetzigen Straßenpflaster ruhen die Überreste von drei verschiedenen Bauperioden. Ursprünglich hatten hier wohl die Lagerthermen ihren Platz, die nach einer Zerstörung abgerissen, planiert und in constantinischer Zeit als palastähnlicher Gebäudekomplex wiederaufgebaut wurden. Eine ca. 40 m lange Mauer, die von Ost nach West parallel zur Alten Kapelle verläuft und die Südpartie der Anlage bildet, deutet auf die herausragende Bedeutung des Baus hin. Die besagte Mauer konnte im Sommer 1901 von H. Graf v. Walderdorff fast zur Gänze ausgebrochen werden. In einem Teil der Mauer konnte er runde Löcher (1), die wohl zur Stütze eines Vordaches gedient haben, sowie die Basis einer großen Halbsäule (2) feststellen, der wahrscheinlich weiter östlich eine zweite entsprach. Über diesen Säulen erhob sich nach Graf Walderdorff ein monumentales Portal, durch das man in eine zierlich gepflasterte Halle (A) gelangte. An diese schlossen sich im Osten, Westen und Norden heizbare Wohnräume (B–E) an, deren Wände verputzt und teilweise bemalt waren. Wegen Größe und Ausstattung wurde das Gebäude von Graf Walderdorff als praetorium, d.h. Amtssitz des Kommandanten, interpretiert.

 

Das symbolische Kapital des Ortes im Frühmittelalter

Nach dem Ende der offiziellen römischen Präsenz hat das Areal seinen alten Glanz weitgehend verloren. Inmitten der Ruinen errichtete Feuerungen, die der dritten Bauperiode angehören, zeugen von den reduzierten Ansprüchen der neuen Siedler. Die spätantiken Baustrukturen erfuhren im Übergang zum Frühmittelalter tiefgreifende Veränderungen, die in der Forschung unter dem Schlagwort der Ruralisierung diskutiert werden. Doch war man sich der ideellen Bedeutung des Platzes noch im 6. Jahrhundert im sich formierenden Herzogtum der Agilolfinger wohl bewusst. Nicht ohne Grund dürften sich die ersten bairischen Herzöge dazu entschieden haben, in unmittelbarer Nähe zu den Ruinen des praetoriums auf dem Alten Kornmarkt Residenz zu nehmen.

 

Jetzt bist Du dran! – Fragen und Arbeitsaufträge

Mit welchen praktischen Problemen könnten sich Archäologen bei der Erforschung eines belebten Stadtplatzes konfrontiert sehen?

 

Quellen- und Literaturhinweise

Hugo Graf von Walderdorff: Römerbauten auf dem Alten Kornmarkt (jetzt Moltkeplatz) in Regensburg, in: VHVO 54 (1902) S. 263 ff.

 

(Eintrag erstellt von: Paul Kraus)

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
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Platz/Park
Rekonstruktion
Suchbegriffe / Tags
praetorium
Alter Kornmarkt Regensburg
Lizenz Creative Commons BY
Bildquelle
Grundriss des Gebäudekomplexes im Bereich des Alten Kornmarkts. Zweite Bauphase, wohl 1. Hälfte des 4. Jh. (nach Walderdorff 1902)
Urheber
Paul Kraus
Urheber Vergleichsbild
Paul Kraus
Lizenz Vergleichsbild Creative Commons BY
Bildquelle Vergleichsbild Mit SketchUp erstellte 3D-Rekonstruktion auf der Grundlage des Grabungsberichts Walderdorffs
Zugeordnete Touren Funktionsweisen antiker Städte: Regensburg

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Bild des Benutzers Stadtgeschichte-2.0-UR

3D-Rekonstruktion des röm. Großbaus auf dem Alten Kornmarkt