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St. Katharinenspital um 1300

Rekonstruktion des Spitals

Das St. Katharinenspital

 

Reine Luft und ein direkter Zugang zu frischem Wasser.

Angeblich waren dies die Gründe, aus denen das einstige Brückenspital am nördlichen Donauufer Anfang des 13. Jahrhunderts um das Domspital erweitert worden ist. Eine andere glaubhafte Erklärung ist, dass diese Entscheidung strategischer und machtpolitischer Natur war. Denn als die Wittelsbacher die Vogteirechte über das Augustinerchorstift St. Mang erhielten, begann ein Wettstreit um die Hoheitsrechte des nördlichen Zugangs der Steinernen Brücke, welche gleichsam der einzige Weg war die Donau Richtung Regensburg zu überqueren (Für mehr Informationen über Vogteirechte und St. Mang hören Sie bitte die Audiodatei an).

Das Spitalgelände war nun, durch die Donau und das bayerische Territorium, von Regensburg nahezu komplett abgekapselt, obwohl es Teil der Stadt war. Die einzige Zugangsmöglichkeit, ohne die herzöglichen Grenzen überschreiten zu müssen, stellte die Steinerne Brücke dar. Um diesem Weg abzusichern, wurde die Infanterie des Spitals direkt mit der Brücke verbunden und das „schöne Tor“ in die Mauer eingebaut.

Das St. Katharinenspital war ursprünglich als reines Armenkrankenhaus gedacht, in dessen Siechenhaus Platz für mindestens 100 Personen war. Allerdings entwickelte es sich vom 13. bis ins 16. Jahrhundert immer mehr zu einem „Pfründnerhaus“, in das aber nicht nur Arme, sondern allerlei Hilfebedürftige wie Behinderte und Waisen aber auch Reisende sowie Pilger aufgenommen wurden.

Ähnlich wie Stadtamhof blieb auch das St. Katharinenspital von Kriegsschäden nicht verschont und wurde 1809 fast komplett zerstört. Zwar entspricht sein heutiges Erscheinungsbild deshalb nicht mehr dem mittelalterlichen Original, sondern dem Wiederaufbau Anfang des 19. Jahrhundert, aber seine Funktion als Alten- und Pflegeheim blieb bis heute erhalten.

Unsere Tour führt uns nun ins Gelände des St. Katharinenspitals. Der nächste Halt ist in der nähe des Eingang zum Spitalgarten.

 

Jetzt bist du dran! (Didaktische Fragen GS):

Zunächst muss der Text auf Grundschul-Niveau gebracht werden!

Das Areal des Spitals eignet sich aufgrund der beruhigten Verkehrslage und der guten Zugänglichkeit aller Ort sehr gut für eine Rally. Diese könnte man auf alle möglichen Gebäude des St. Katharinenspitals ausweiten. In diesem Fall beschränkt man sich auf die Steinerne Brücke und die Brauerei. Ein potentieller Startpunkt ist vor dem Haupttor des Spitals, wo die Kinder in Kleingruppen eingeteilt den Text zu lesen bekämen. Die Rally wird für eine zusätzliche Didaktisierung von einer Figur begleiten, wie dem Reisenden Johann, der im Spital untergekommen ist und sich beim Ergründen des Areals einige Fragen gestellt hat. Die SuS helfen ihm nun seine Fragen zu beantworten.

  • Früher hat man oft komische Wörter verwendet. Johann weiß nicht, was mit einem „Pfründnerheim“ und dem „Siechenhaus“ gemeint ist. Könnt ihr ihm helfen? Verbindet.

(KrankenhausSpeisesaalFundamtKirchePflegeheimToiletteAltenheim)

  • Begebt euch nun zum früheren Eingang des Siechenhauses (Hier würde ich den Kindern einen Kompass an die Hand geben und den Weg dementsprechend beschreiben (Nord/Süd/…)).
  • Johann kann den Eingang zum Siechenhaus nicht finden. Zeichnet ihn auf dem historischen Bild ein.
  • Der Eingang hieß „schöne Pforte“. Johann versteht nicht warum. Könnt ihr es ihm erklären?
  • Malt ein Bild, wie ihr euch eine schöne Pforte vorstellt.
  • „Direkt auf der Brücke ist schon ein komischer Ort für einen Eingang“, denkt sich Johann. Wisst ihr noch warum er dort war?
  • Johann hat gehört, wie einige andere Bewohner des Spitals das Siechenhaus als „Schaarenhaus“ bezeichnet haben. Kannst du dir vorstellen wieso?
  • Das St. Katharinenspital war ja mal ein Krankenhaus für Arme. Johann wüsste gern, wo das Geld für die Lebensmittel und sowas herkam. Um das herauszufinden musst du zu einem besonderen Haus auf dem Spitalgelände gehen. Johann fragt. „Was glaubt ihr, was das für ein Haus ist?“ Schreibt eure Vermutung auf. (Dann würde wieder eine Wegbeschreibung folgen, die mit dem Kompass zu navigieren ist. Die Station Brauhaus ist der nächste Punkt der Tour)

 

Didaktische Überlegungen:  siehe Brauhaus

 

Literatur:

Bauer, Karl: Regensburg. Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichte, Regenstauf 2014⁶, S. 720 f.

Dr. Dirmeier, Artur: Domspital – Johannesspital – Katharinenspital. Vom Xenodochium des hl. Wolfgang zum Katharinenspital, in: Heimatverein „Statt am Hoff“ e.V. (Hrsg.): Stadtamhof. 500 Jahre Geschichte, Regensburg 1996, S. 22 ff.

 

Dirmeier, Artur: Das St. Katharinenspital an der Steinernen Brücke, in: Heimatverein „Statt an Hoff“ e.V./ Museen der Stadt Regensburg (Hrsg.): Stadtamhof. Vom Mittelalter zur Neuzeit, Regensburg 2001, S. 48 ff.

Audio:

Dr. Hopfner, Max: Augustinerchorstift und Kirche St. Mang, in: Heimatverein Stadtamhof (Hrsg): Stadtamhof, Regensburg 1981, S. 26 ff.

 

Hanna Christl

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
Kategorien
Kirche/Kloster
Rekonstruktion
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Spital
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St. Katharinenspital
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Bildquelle
Das Archiv der St. Katharinenspitalstiftung: Rekonstruktion der Spitalanlage um 1300
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Grafic ArcTron im Auftrag der Stadt Regensburg
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